Hamburger SPD
Voscherau will nicht „verheizt“ werden

Alle Hoffnungen der Hamburger Sozialdemokraten ruhten auf Ex-Bürgermeister Henning Voscherau. Er sollte der gebeutelten Partei als Spitzenkandidat zur Bügerschaftswahl 2008 aus der Klemme helfen. Doch Voscherau hat keine Lust. Die SPD ist ratlos.

HB HAMBURG. Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau wird nicht als Spitzenkandidat für die Hamburger SPD in den Bürgerschaftswahlkampf 2008 ziehen. Er habe sich aus Rücksicht auf seine Familie entschlossen, nicht anzutreten, ließ der 65-Jährige am Montagabend in Hamburg mitteilen.

Teile der krisengeschüttelten Hamburger SPD hatten auf eine Kandidatur Voscheraus gehofft, um nach dem Debakel bei der Wahl zum neuen Parteivorsitzenden einen neuen Anfang zu finden. Der SPD-Landesvorstand war in der vergangenen Woche geschlossen zurückgetreten. Bei einer Kampfabstimmung um die Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2008 waren zuvor rund 1000 Briefwahlzettel verschwunden. Auf einem Landesparteitag am 24. März sollen eine neue Parteiführung gewählt und ein Bürgermeisterkandidat nominiert werden.

Voscherau ließ vom amtierenden Parteivorsitzenden Mathias Petersen seine Verzichtserklärung verlesen. Er wolle nicht „als nächster verheizt“ werden, hieß es darin. „Meine Frau riet mir ab“, erklärte Voscherau.

Die Kommission aus Partei- und Bezirksvorsitzenden, die am Abend tagte, wollte zunächst weiter über das Vorgehen beraten. Petersen sagte, die Suche nach einem neuen Kandidaten werde zurückgestellt, solange man kein persönliches Gespräch mit Voscherau geführt habe.

Voscherau war von 1988 bis 1997 als Nachfolger von Klaus von Dohnanyi Bürgermeister der Hansestadt und zuvor SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft.

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