Hamburger Terroristenprozess
Todespilot sprach offen über Flugausbildung

Einer der Todespiloten vom 11. September 2001, Ziad Jarrah, hat nach Angaben eines Freundes offen über seine Flugausbildung in den USA gesprochen. Eine entsprechende Aussage machte der 32-jährige Bekannte Jarrahs am Mittwoch im neu aufgerollten Prozess gegen Mounir El Motassadeq.

HB HAMBURG. Damit warf der Araber vor dem Hamburger Oberlandesgericht die Frage auf, ob auch der Angeklagte von der Pilotenausbildung wusste. Andere Zeugen hatten ebenfalls angegeben, über die Flugstunden in den USA informiert gewesen zu sein.

Hingegen hatte Motassadeq im ersten Verfahren ausgesagt, nichts davon gewusst zu haben. Dem 30-jährigen Marokkaner wird vorgeworfen, als Mitglied der Gruppe um Mohammed Atta Beihilfe zu den Anschlägen in New York und Washington geleistet zu haben. Der Zeuge sagte weiter aus, er habe die späteren Terrorpiloten Atta und Jarrah als „offen und freundlich“ erlebt. Extremistische Äußerungen habe er von ihnen nicht gehört.

Zuvor hatte ein früherer Vertreter des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) über die „Islam-AG“ berichtet, diee Atta Anfang 1999 an der Technischen Universität Hamburg-Harburg gegründet hatte. Nach Erinnerung des Zeugen gehörte Motassadeq nicht zu den Mitgliedern, wohl aber zu den Besuchern der Arbeitsgemeinschaft. Der 25-jährige Zeuge berichtete, dass sich die Mitglieder ohne die erforderliche Zustimmung des Asta einen Computer samt Internetzugang angeschafft hatten. Der Rechner wurde nach dem 11. September im Arbeitsraum der Arbeitsgemeinschaft entdeckt. Die Daten von damals seien verloren gegangen.

Motassadeq war 2003 im weltweit ersten Verfahren um die Anschläge vom 11. September zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof kassierte den Schuldspruch und verwies den Fall zurück. Der Marokkaner muss sich erneut wegen Beihilfe zum Mord und Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe verantworten.

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