Handelsblatt Businessmonitor

Manager offener für die AfD als Gesamtbevölkerung

Schmuddelkind AfD? Eine Umfrage zeigt: Die Wirtschaft hat weniger Vorbehalte gegen die Partei als die Gesamtbevölkerung. Viele Führungskräfte halten die AfD bereits für regierungsfähig. Chef Lucke überrascht das nicht.
Update: 22.10.2014 - 19:32 Uhr 43 Kommentare
AfD-Chef Bernd Lucke: Zwei Drittel der Manager glauben, dass er 2017 auch den Einzug in den Bundestag schaffen wird. Quelle: dpa

AfD-Chef Bernd Lucke: Zwei Drittel der Manager glauben, dass er 2017 auch den Einzug in den Bundestag schaffen wird.

(Foto: dpa)

BerlinIn der Wirtschaft sind die Vorbehalte gegen die euroskeptische Partei AfD geringer als in der Gesamtbevölkerung. In einer repräsentativen Umfrage unter deutschen Top-Managern verorten 62 Prozent sie im demokratischen Spektrum, 31 Prozent sehen sie eher am rechtsradikalen Rand angesiedelt. Dies zeigt der Handelsblatt Businessmonitor, für den das Meinungsforschungsinstitut Forsa 654 Führungskräfte in deutschen Unternehmen befragt hat.

AfD-Chef Bernd Lucke zeigte sich wenig überrascht von den Ergebnissen der Umfrage. „Die AfD hatte schon immer besonders gute Ergebnisse bei Menschen mit hoher ökonomischer Bildung gehabt“, sagte er dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Allerdings lassen die jüngsten Wahlerfolge nicht darauf schließen, dass wir bei der Gesamtbevölkerung generell auf besonders große Vorbehalte stoßen“, fügte der Europaabgeordnete hinzu.

Unter allen Wahlberechtigten hält dagegen nur eine Minderheit von 29 Prozent die euroskeptische Partei AfD für eine normale demokratische Partei, 40 Prozent meinen, sie befinde sich am rechtsradikalen Rand.

Nach dem Einzug der AfD in das Europaparlament und drei Landtagen erwarten demnach 63 Prozent der Manager, dass sie 2017 auch den Einzug in den Bundestag schaffen wird. Allerdings fänden dies nur 22 Prozent der befragten Führungskräfte gut, während 74 Prozent diese Aussicht weniger gut oder sogar schlecht fänden. Immerhin ein Drittel der Führungskräfte hält die neue Partei bereits für regierungsfähig: 33 Prozent sagen, CDU und CSU sollten mit eine Koalition mit der AfD bilden.

Für besonders wirtschaftskompetent halten sie die AfD dabei offensichtlich nicht: Der Aussage „Die AfD kann anstelle der FDP die Interessen der Unternehmen und des Mittelstands in der Politik vertreten“, stimmten nur 12 Prozent der Führungskräfte zu, während 85 Prozent dies verneinten.

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43 Kommentare zu "Handelsblatt Businessmonitor: Manager offener für die AfD als Gesamtbevölkerung"

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  • Manager sind per se etwas eigenständiger und medienunabhängiger als die durchschnittlichen Konsumenten der durch die Altparteien gelenkten Massenmedien. Dann besteht ja auch Hoffnung, dass das Handelsblatt allmählich an seine Klientel denkt und künftig weniger tendenziöse Anti-AfD-Beiträge bringt. Aber auch die Gazetten und Sender für bildungsfernere Schichten haben die Rechnung ohne die Wähler gemacht: inzwischen merkt auch der Letzte, wie die Boulevardmedien gleichzeitig gegen die AfD hetzen und die faktischen riesigen Probleme für die gesamte Bevölkerung (Kriminalität, "Flüchtlinge", Ausplünderung Deutschlands durch die EU etc.) verharmlosen oder ausblenden - Phänomene, die sie aber selbst täglich in Deutschland erleben und erleiden müssen - und schlussfolgern korrekt, dass, wer ihnen nicht das wahre Bild der Wirklichkeit vermittelt, auch in Bezug auf die AfD lügen wird - und wählen sie gerade deshalb. Ich gehe davon aus, dass sie bei der nächsten Bundestagswahl > 20% und entweder auf Platz 3 oder 2 liegen wird.

  • Wenn man den grösseren Teil der Stimmberechtigten abziehen könnte, die infolge ihrer Indoktrination oder weil sie nicht autochthone Deutsche sind, den Medieneinflüssen der "Political correctness" folgen, dann würden AfD und CSU um die Mehrheit im nächsten Bundestag wetteifern und das wäre - wie sagte Herr Wowereit - gut so.

  • Lucke muss sehr aufpassen, dass er sich nicht vergaloppiert. Es gibt genügend Themen, die von den etablierten Parteien nicht mehr besetzt werden. Wenn die AfD sich aber lediglich um die Klientel der Großverdiener kümmert, wird sie so enden, wie die FDP. Mindestlohn ist z.B. Geschichte. Das trägt eher zur Entlastung des Staatshaushalts und der Sozialversicherungsträger bei. Die AfD sollte sich viel mehr um das Zurückfahren versicherungsfremder Leistungen kümmern, damit die Sozialversicherungsbeiträge zugunsten aller abgesenkt werden können.

  • Die Ergebnisse sagen alles, der wirtschaftende Mensch sieht in der AfD keine Alternative. Das muss ja auch völlig klar sein, allein die Grundforderungen in Hinsicht auf den Euro, widersprechen den Interessen der Wirtschaft zutiefst. Mit Euro können wir unsere Kostenvorteile ausspielen, die Konkurrenz herrscht, ohne ihn wird wieder ein unfaires politisches Instrument (manipulierter Wechselkurs) zwischengeschaltet.

  • Naja,in den Augen vieler Branchenkenner sind Umfragen von Forsa mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sehr häufig liegen sie weit weg von dem, was die meisten anderen Meinungsforschungsinstitute messen. Deshalb gibt es immer wieder Stress - zuletzt mit der ARD im Jahre 2013.

  • Im heutigen MorningBriefing schreibt das Handelsblatt:

    "Deutschlands Führungskräfte halten nicht viel von der AfD. Zwei Drittel der von Forsa im Auftrag des Handelsblatts Befragten wünschen sich diese eurokritische Gruppierung nicht im Bundestag. Wirtschaftskompetenz wird der AfD ebenfalls nicht zugetraut. Der Aussage "Die AfD kann anstelle der FDP die Interessen der Unternehmen und des Mittelstands in der Politik vertreten" stimmten nur zwölf Prozent der Führungskräfte zu, während 85 Prozent dies verneinten. Wenn die 60.000 FDP-Mitglieder sich einen Gefallen tun wollen, sollten sie heute unsere Zeitung kaufen. Das stabilisiert das Selbstbewusstsein der Liberalen - und stärkt unsere Kassenlage."

    Scheinbar war dieser Artikel zu stark für die etablierten Parteien und gewisse Stellen im HANDELSBLATT mussten zurück rudern.

    Es ist schon eigenartig diesen unabhängigen Journalismus verstehen zu wollen.

  • Wieso Steht hier, dass die AfD gut bei Unternehmern etc gut a kommt und im Morning Briefing des Handelsblattes steht, dass Führungskräfte nicht viel von der AfD halten. Etwas konfuse Bericherstattung.....

  • Täglich mindestens ein Bericht über die AfD im Handelsblatt. Dafür, dass die Partei ja angeblich eine so geringe Wirtschaftskompetenz besitzt, scheint dem Handelsblatt die Partei aber erstaunlich wichtig...

  • Danke für Ihren Beitrag sowie für Ihre Mühe - VOLLE ZUSTIMMUNG !!! Bin mal gespannt, ob es darauf ein ANtwort gibt?!?!?!

  • "... Angsthasen oder Pessimisten", muß ich deutlich wiedersprechen. Die von Ihnen genannten 57 % glauben wahrscheinlich auch den Aussagen der Medien, den uns täglich servierten "Nachrichten".... ne ne, ich kann Ihnen überhaupt nicht zustimmen! Nein, ich muß Ihnen deutlich widersprechen.

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