Handelsblatt Deutschland Dinner
Der große Optimist Schäuble

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Schäuble hofft auf Erfolg von Macron

Die großen Herausforderungen Europas waren ein Schwerpunkt der Diskussion. Auch ein Jahr nach dem Referendum in Großbritannien merkt man, wie sehr sich der Herzenseuropäer noch über die Brexit-Entscheidung ärgert. Die Befürworter hätten die Menschen belogen und sich anschließend aus dem Staub gemacht, so Schäuble. Aber auch wenn die Verhandlungen mit der EU bisher kaum vorankommen, so hofft Schäuble doch auf einen „soft Brexit“. Der würde es Großbritannien erlauben, auch weiterhin enge Handelsbeziehungen mit der EU zu haben. Schäuble jedenfalls sieht bei der britischen Regierung Anzeichen, dass es in diese Richtung gehen könnte.

Und noch etwas hellt Schäubles Blick auf Europa auf: Die Wahl von Emmanuel Macron zum neuen französischen Präsidenten. „Der Sieg Macrons hat in mir große Freude ausgelöst“, sagte der Bundesfinanzminister. Er hofft, dass der junge Präsident seine Reformpläne umsetzen kann. „Wir brauchen ein starkes Frankreich.“ Und gemeinsam mit Paris, so Schäubles Überzeugung, werde es auch gelingen, die Europäische Union zu stärken und weiterzuentwickeln. Ohnehin gebe die wirtschaftliche Lage in der Eurozone Grund zum Optimismus.

So gab es auch ungewöhnliche Allianzen an diesem Abend. Schäuble nahm den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in Schutz. Er verteidigte die umstrittenen Anleihekäufe gegen Bedenken des Bundesverfassungsgerichts. Er wies die Zweifel der Richter zurück, ob die EZB sich mit den Käufen noch im Rahmen ihres Mandats bewege. „Ich teile die Meinung nicht“, sagte Schäuble. „Ich glaube, dass das Mandat eingehalten ist“, unterstrich er. Die EZB schöpfe ihre Möglichkeiten aus, um ihre „höllisch“ schwierige Aufgabe einer Geldpolitik für viele unterschiedliche Länder zu erfüllen.

Nur ein Krisenherd machte es auch Schäuble schwer, Zuversicht zu üben: Nordkorea. Die Eskalation zwischen dem kommunistischen Staat und den USA sowie die indirekten Drohungen mit Atomschlägen haben auch bei Schäuble einen Eindruck hinterlassen. Das sei eine Situation, bei der er anfange, „nicht mehr ganz ruhig zu schlafen“, gab Schäuble zu. Auf die Frage von Steingart, ob Krieg in der Luft liege, vermied der CDU-Politiker eine klare Antwort.

Das galt auch für die Frage nach seiner persönlichen Zukunft. Er bewerbe sich erneut um ein Bundestagsmandat, so Schäuble. Ob er auch Finanzminister bleibe wolle? Keine Antwort. Wer Schäuble aber an diesem Abend erlebte, dürfte daran kaum einen Zweifel haben.

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Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " Handelsblatt Deutschland Dinner: Der große Optimist Schäuble"

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  • Ja, auch Mr. Schäuble ist ein typischer Kontra-Indikator.
    '
    Mach das Gegenteil von seinem Rat und du wirst glücklich sein. Klar, als Daytrader ist die Politik irrelevant und man kann sich das Treiber der ehrenvollen, sauberen Politiker aus sicherer Entfernung ansehen.

    Aber Spaß muss sein, darum lese ich das HB.

  • Es ist doch klar, dass Schäuble von den billigen Zinsen profitiert. Dass das in Deutschland zu Lasten der eigenen Bürger geht, wie es im Ausland undenkbar wäre, ist natürlich mittlerweile noch klarer.

  • Wie war das mit dem Koffer und dem Geld ?
    Gangster erwirtschaften ihren Lebensunterhalt durch kriminelle Handlungen wie Diebstahl und Raub, Drogen- und Waffenhandel, Erpressung und Korruption.

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