Handelsblatt Exklusiv
Clement will Steuer-System an den Kragen

Der Vorstoß des Steuerrechtlers Kirchhof macht Schule. Auch der ehemalige Bundesminister Wolfgang Clement fordert in einem Gastbeitrag tiefgreifende Korrekturen im deutschen Steuersystem.
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Düsseldorf In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt regt Clement insbesondere Veränderungen bei der so genannten "kalten Progression" und bei der Glättung des "Mittelstandsbauchs" an. "Es sollte auch in konjunkturell schwierigeren Zeiten als den heutigen nicht angehen dürfen, dass demnächst nur noch der Fiskus von Tariferhöhungen profitiert", schreibt der ehemalige Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit.

"Dieses Phänomen beutelt besonders kleine und mittlere Einkommen, weil unser progressiver Steuertarif nicht gleichmäßig ansteigt, sondern ab dem Grundfreibetrag von derzeit gut 8000 Euro pro Jahr besonders steil in die Höhe geht. Die Tarifkurve muss hier, wenn schon nicht vollständig begradigt, so zumindest abgeflacht werden." Diese beiden Probleme anzugehen sei ein Gebot der steuerlichen Fairness und habe mit „Steuergeschenken“ nicht das Geringste zu tun.

Gleichzeitig empfiehlt Clement, zwei weitere Bereiche in eine Steuerkorrektur einzubeziehen. "Es wäre aus der Sicht der Berliner Koalition klug und im allgemeinen Interesse gut, wenn Hand in Hand mit diesen Themen zwei weitere angepackt würden", so Clement: Zum einen sei dies die ebenfalls seit Jahren anstehende Reform der Mehrwertsteuer: die Streichung nicht aller, aber nahezu aller Sieben-Prozent-Privilegien im Mehrwertsteuerrecht. "Wer sich dieses Sammelsurium im gesetzlichen Wortlaut zu Gemüte führt, wird den Rückgriff auf die „spätrömische Dekadenz“ nicht mehr völlig abwegig finden. Es ist schon eine Frage der steuerrechtlichen Kultur, dem abzuhelfen."

Im anderen Fall gehe es um die steuerliche Förderung von Forschungsaufwendungen. Sie sei dringlich, weil wir wissen, dass der konjunkturelle Boom, der unser Land derzeit mehr beglückt als alle anderen höchstentwickelten Volkswirtschaften, nicht ewig andauern wird. Clement: "Es gilt, Vorsorge zu treffen. Und das geschieht am besten, indem die innovativen Kräfte unserer Volkswirtschaft gestärkt werden.".

Kommentare zu " Handelsblatt Exklusiv: Clement will Steuer-System an den Kragen"

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  • Die Bundesregierung will lieber weiter maximal Steuern abkassieren vom Bürger, ist doch klar !

    Lieber unendlich viele kleine Kanülen gesetzt am Bürger um Blut zu zapfen als 2-3 große Kanülen, die man nachvollziehen kann.

    Es zählt nur die Menge, die gezapft wird nicht die Nachvollziebarkeit.

  • Sie bedauern also dass Clement weg ist vom Fenster?
    Wo leben Sie?
    Schon vergessen, dass er die vormals guten Zeitarbeitsfirmen zu kriminellen Leiharbeitsfirmen umgebaut hat und zu Ausbeutertum animiert hat?
    Dafür sitzt er ja heute im Vorstand genau solcher kriminellen Leiharbeitsfirmen
    Und Sie bedauern, dass er weg ist?
    Tja, da müssen wir uns wahrlich nicht wundern
    Und wieso halten Sei Clement für einen Finanzfachmann?
    Er ist gelernter Journalist

  • Zustimmung, der Meinung bin ich mittlerweile auch.
    Der Hartz IV-Nachschub mup ja funktioneiren.
    Schließlich regiert sich ein dummes und armes Volk ja auch besser

    "Die Menschen müssen stets in Armut gehalten werden, damit sie gehorsam bleiben."
    Johannes Calvin (1509-1564), Reformer

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