Handelsblatt Exklusiv
Der Euro rechnet sich für deutsche Wirtschaft

Ohne die Gemeinschaftswährung wäre nach Berechnungen der staatlichen Förderbank KfW das Wirtschaftswachstum in den vergangenen zwei Jahren deutlich niedriger ausgefallen.
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Frankfurt Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen zwei Jahren nach Berechnungen der staatlichen Förderbank KfW deutlich vom Euro profitiert. „Alle reden darüber, was uns der Euro im Moment kostet“, sagte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch im Interview mit dem Handelsblatt. Deshalb hat die KfW analysiert, was geschehen wäre, wenn Deutschland 2009 und 2010 noch die D-Mark gehabt hätte und die Bundesbank für die Geldpolitik in Deutschland zuständig gewesen wäre.

Das Ergebnis: Die D-Mark hätte massiv aufgewertet und die Bundesbank hätte die Zinsen stärker angehoben, als es die Europäische Zentralbank getan hat. „Beide Effekte zusammengenommen hätten dazu geführt, dass das Niveau des Bruttoinlandsprodukts Ende 2010 um 2,3 Prozent niedriger gelegen hätte“, sagte Irsch. In den beiden untersuchten Jahren hatte der nominale Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts zusammen 5,6 Prozent betragen. „Der Vorteil des Euros für Deutschland gegenüber einer fiktiven D-Mark dürfte aufgrund dieser beiden Effekte in den zwei Jahren zusammengenommen somit etwa 50 bis 60 Milliarden Euro betragen“, sagte Irsch.

 

Kommentare zu " Handelsblatt Exklusiv: Der Euro rechnet sich für deutsche Wirtschaft"

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  • Obwohl sparsame Kurzdarstellungen von Sachverhalten im Interesse des Lesers liegen, erscheint mir der Aufsatz von Irsch doch zu sparsam zu sein. Insbesondere sucht man vergeblich nach Erklärungen für das gegenläufige Wachstum von BIP und Handelsbilanzüberschüssen einerseits und dem Wachstum von Staatsschulden, Steuer- und Abgabenlasten, Preissteigerungen und Nettolohnentwicklungen andererseits. Die tw. bissigen Kommentare anderer Forumsteilnehmer belegen diesen Umstand. Interessant wäre auch die Darstellung des BIP ohne den Beitrag des öffentlichen Dienstes, denn bekanntlich steigern dessen Kosten die Zuwächse im Selbstlauf (und damit die Berechnungsbasis für EU-Umlagen).

  • yes. hier sollte stehen: der euro lohnt sich nur für die wirtschaftsbosse und daytrader;-) aber nicht mehr lange;-) denn die gesellschaft wird schon denen irgendwann auf die schliche kommen.

  • Haha, das einzig stabile am Euro ist derzeit die Verfallsrate der Wechselkurse und der Kaufkraft. Zeigen sie mir einen Wechselkurs-Chart der letzten 2 Jahre der die Stabilität des Euros zeigt. Ich bin gespannt.

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