Handelsblatt Exklusiv
Merz will entschlacktes Steuersystem

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz fordert Entschlackung des deutschen Steuersystems.
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"Mit einer Kombination aus bescheidener Entlastung und mutiger Vereinfachung könnte Vertrauen der Steuerzahler in den Steuerstaat zurück gewonnen werden" schreibt Merz in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.  Die Entlastung müsste sich auf die Korrektur des Tarifs beschränken und zwar über seinen gesamten Verlauf. So könnten die „heimlichen“ Steuererhöhungen durch das beständige Hineinwachsen selbst mittlerer Einkommen in die Steuerprogression endlich einmal gestoppt werden. Faktisch würde der Staat dadurch nur auf weitere Steuererhöhungen verzichten.

Damit ist jedoch das Potenzial für eine Steuerreform laut Merz nicht ausgeschöpft. Er kritisiert, dass der vom Steuerexperten Prof. Paul Kirchhof vorgelegte Entwurf für eine Steuerreform "mit leichter Hand vom Tisch" gefegt werde. Denn seine Analyse sei richtig, dass das Steuersystem in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer komplizierter geworden ist. Deutschland brauche jetzt dringend ein einheitliches System der Unternehmensbesteuerung, das Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften gleichermaßen umfasst. Die Verwerfungen bei der Gewerbesteuer müssten korrigiert werden. Die Erbschaftssteuer könnte in die Einkommenssteuer integriert werden, auch wenn damit eine höhere Belastung des ererbten privaten Vermögens einherginge. "Und wenn es über diese Fragen einen handfesten parteipolitischen Streit gäbe, könnten die Bürger bei der nächsten Bundestagswahl doch auch über unterschiedliche Steuerkonzepte entscheiden", so Merz..

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