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Unionsmodell für Studiengebühren enttäuscht Wirtschaft und Ökonomen

Wirtschaft und Ökonomen haben das Konzept der Unionsländer zu Studiengebühren als zu zaghaft kritisiert. Die Eckpunkte der Unionsländer seien „enttäuschend", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

HB BERLIN. Vor allem die Begrenzung der Studiengebühr auf maximal 500 Euro pro Semester „beschneidet unnötig Spielräume für mehr Wettbewerb und Profilbildung der Hochschulen“.

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann sagte dem Handelsblatt, das Konzept sei „nicht einmal ein halbherziger Ansatz für einen Neubeginn in der Hochschulpolitik". Studiengebühren sollten den Einstieg in ein Anreizsystem liefern, das den Universitäten neue Flexibilität gebe - „davon haben sich die Unionsländer nun wieder verabschiedet“. Weder seien die Differenzierungsmöglichkeiten groß genug, noch würden die Universitäten am Ende spürbare zusätzliche finanzielle Spielräumen erhalten. Ifo-Chef Hans-Werner Sinn wies darauf hin, dass 500 Euro nur etwa vier Prozent der Gebühren in den USA entsprächen. Zunächst gelte es, damit Erfahrungen zu sammeln, langfristig seien aber „sehr viel höhere Gebühren“ nötig.

Auch der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter Gaehtgens, hätte es vorgezogen, wenn „im Einzelfall auch mal 1 000 Euro möglich wären“, etwa wenn die Verdienstaussichten oder die Kosten des Studienfachs besonders hoch seien. Die Einigung steigere zwar die „öffentliche Akzeptanz“ von Gebühren, dürfe aber „nicht der Endzustand“ sein, sagte er dem Zeitung.

Zwei Monate nach dem Gebührenurteil des Bundesverfassungsgerichts hatten sich die Kultus- und Wissenschaftsminister der unionsgeführten Länder vergangene Woche erstmals auf ein gemeinsames Konzept geeinigt. Danach gilt die Obergrenze von 500 Euro sowohl für das Erststudium als auch für darauf aufbauende Studiengänge. Das Gebührenaufkommen von „bis zu 2 Mrd. Euro jährlich“ muss den Hochschulen zusätzlich zufließen und darf nur für Lehre und bessere Studienbedingungen verwendet werden. Gebühren durch günstige Darlehen abzufedern sei Aufgabe der einzelnen Länder, heißt es im Konzept der Unionsländer.

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