Handelsblatt-Gespräch
Jürgen Falter: „Köhler könnte Schröders Kurs stärken“

Im Interview erklärt Politk-Professor Jürgen Falter in Mainz, dass es den Deutschen gut täte, wenn sie einen Bundespräsidenten hätten, der etwas von Wirtschaft versteht. Das trifft auf Horst Köhler eher zu als auf Gesine Schwan.

Handelsblatt: Herr Professor Falter, welcher Kandidat passt besser in die Zeit: Gesine Schwan oder Horst Köhler?

Jürgen Falter: Beide würden ganz gut passen. Aber den Deutschen täte es ganz gut, wenn sie einen hätten, der etwas von Wirtschaft versteht. Das trifft auf Horst Köhler eher zu als auf Gesine Schwan. Köhler könnte glaubhafter auf die Notwendigkeit von Innovationen hinweisen und vor allem sagen, was passiert, wenn nichts passiert. Köhler passt besser in Situationen, in denen Aufbruch nötig ist. Er könnte sogar Schröders Kurs stärken, zumindest den der Agenda.

Aber in Umfragen hat Gesine Schwan stark aufgeholt.

Sie kann die Menschen besser mitreißen. Sie ist volksnäher. Sie konnte als Underdog agieren, sie vermittelt glaubhaft, dass sie sich nicht von anderen bestimmen lässt. Sie wäre bestimmt keine schlechte Präsidentin.

Wäre die Beliebtheit Schwans ein Problem für Köhler, wenn er Bundespräsident wird?

Wenn er selbst keine schweren Fehler macht oder selbst unpopulär wird, dann nicht.

Hat ihm das Gezerre im Vorfeld seiner Kandidatur geschadet?

Sicher ist das eine Hypothek, das war auch alles andere als das angekündigte politische Meisterstück, aber es hat den Drahtziehern sicher mehr geschadet als Horst Köhler. Sollte er gewählt werden und sich bewähren, wird alles vergessen sein.

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