Handelsblatt-Interview
Steinbrück erwartet weniger Wachstum

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet mit einem weiteren Rückgang des Wirtschaftswachstums in Deutschland.

BERLIN. "Es ist richtig, dass sich die Wachstumsperspektive eintrübt. Dafür ist zum einen die US-Finanzkrise verantwortlich, die längst noch nicht überwunden ist und auch andere Finanzmärkte anstecken kann. Dann der hohe Ölpreis, auch wenn die Preiseffekte teilweise durch den hohen Eurokurs ausgeglichen werden können. Und drittens steigt der Euro stärker und schneller als gedacht", sagte Steinbrück im Interview mit dem Handelsblatt. Auf einen konkreten Wert wollte sich der Finanzminister nicht festlegen.

Steinbrück warnte zugleich vor übertriebenem Pessimismus. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einen Tag nach der Konjunktureuphorie die nächste Rezession herbeireden. Die deutsche Gemütslage schwankt, vor drei Monaten noch himmelhoch jauchzend und jetzt sieht man sich Weihnachten schon ökonomisch in der Depression. Das ist absurd und gefährlich", sagte Steinbrück.

Trotz der Schwierigkeiten für die Exportwirtschaft bekannte sich der Finanzminister erneut zu einem starken Euro. Niemand könne ein Interesse an einem schwachen Euro haben, sagte Steinbrück weiter. Eine Schmerzgrenze für die deutschen Exporteure sieht der Finanzminister nicht. "So etwas gibt es meiner Ansicht nicht. Aber dies wird ab einem gewissen Punkt natürlich immer schwieriger für wichtige Exportbranchen", sagte Steinbrück.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ermahnte Steinbrück, bei ihren Zinsentscheidungen nicht nur auf die Inflationserwartungen zu achten. "Ich erwarte vom EZB-Rat, dass er in seine Abwägungen auch aktuelle Entwicklungen einbezieht, etwa die relative Zinsentwicklung zwischen dem Euro- und dem Dollarraum", sagte Steinbrück weiter.

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