Handelsblatt-Prognosebörse: Merkel braucht neuen Partner

Handelsblatt-Prognosebörse
Merkel braucht neuen Partner

Auf der Handelsblatt-Prognosebörse zur Bundestagswahl liegen CDU und FDP hinter Rot-Grün zurück. Aber dennoch würde Angela Merkel auf dieser Basis Bundeskanzlerin bleiben - mit Hilfe der Linkspartei. Wetten Sie mit.
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Angela Merkel kann nach der Bundestagswahl im September nicht mehr weiter mit der FDP regieren. Das zumindest erwarten die Handelsblatt-Leser. Auf der Ende Januar gestartet Handelsblatt-Prognosebörse zur Bundestagswahl kommen CDU (36,5 Prozent) und FDP (6,9 Prozent) zusammen auf 43,4 Prozent. SPD (30,5 Prozent) und Grüne (14,1 Prozent) liegen mit 44,6 Prozent knapp davor.

Allerdings könnte es für Merkel dennoch reichen. Bedanken müsste sie sich dafür bei der Linkspartei, die laut Prognosebörse auf 5,5 Prozent kommt. Da niemand mit der Linkspartei koalieren möchte, blieben am Ende nur zwei Optionen: Eine Große Koalition oder Schwarz-Grün.

Die Prognosebörse gibt einen relativ zuverlässigen Anhaltspunkt für das Wahlergebnis. Bei der ersten Runde der Prognosebörse zur Niedersachsenwahl zeigte sich zum Beispiel: Die Eskapaden vom SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Peer Steinbrück, schadeten seiner Partei in Niedersachsen kaum. Rot-Grün behielt in der Prognosebörse die Oberhand - so wie auch in der Wahlnacht.

Auch die Vorhersage zum Abschneiden der FDP war besser als die von konventionellen Demoskopen. In den meisten Prognosen lagen die Liberalen nur bei knapp 5 Prozent - letztendlich schafften sie fast 10 Prozent. In den letzten Tagen vor der Wahl, als es keine aktuellen Umfragen mehr gab, legte die FDP auf der Prognosebörse eine Aufholjagd hin. Hier lag sie 24 Stunden vor der Wahl bei immerhin 7,1 Prozent.

Auf der Prognosebörse können Teilnehmer die Parteien bei der Bundestagswahl als virtuelle Aktien handeln. Dahinter steckt folgende Idee: In den Aktienkurs fließen die unterschiedlichen persönliche Erwartungen der Teilnehmer über das Abschneiden der Parteien ein. Am Ende des Spiels erfolgt eine Auszahlung, die dem Ergebnis der Parteien bei der Bundestagswahl entspricht. An der Prognosebörse lässt sich so täglich ablesen, wie sich politische Ereignisse auf die Erwartungen auswirken.

Weltweit gibt es Prognosemärkte zu ganz unterschiedlichen Themen: Zur Vorhersage von Grippeausbrüchen oder von Umsatzzahlen von Unternehmen. Sie alle haben letztendlich das Ziel, vorhandene Informationen optimal zu nutzen.

Im US-Verteidigungsministerium gab es einst sogar Pläne für einen Markt zur Vorhersage von Terroranschlägen. Die Idee aus dem Ministerium war eine Plattform im Internet, wo jeder auf Terroranschläge hätte wetten können. Nach heftigen Protesten der oppositionellen Demokraten nahm der damalige republikanische Amtsinhaber, Paul Wolfowitz, von den Plänen Abstand.

Bei der US-Präsidentschaftswahl waren die Ergebnisse von Prognosebörsen dagegen ziemlich genau. Auf dem Iowa Electronic Market lag Obama kurz vor der Wahl bei 50,9 Prozent - sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney kam auf 48,7 Prozent. Das war sehr nah dran am Endergebnis für Obama (50,6 Prozent) und Romney (47,8 Prozent).

Für die Vorhersage von Wahlergebnissen scheinen Prognosemärkte gut geeignet. Die Teilnahme an der Handelsblatt-Prognosebörse ist kostenlos, erfordert allerdings eine Registrierung, damit Ihre Handelsaktionen Ihrem Konto zugeordnet werden können. Sie können erst handeln, wenn Sie eingeloggt sind. Die Gewinner bekommen attraktive Preise.

Hier kommen sie zur Prognosebörse.

Kommentare zu "Merkel braucht neuen Partner"

Alle Kommentare
  • Ach was soll man sich über Dinge den Kopf zerbrechen, die sich ganz von alleine erledigen.
    Deutschland kann sich einen Peer Steinbrück doch schon finanziell gar nicht leisten.
    Die einzigen, die glauben sich ihn noch leisten zu können ist momentan noch die SPD - aber ob das reicht?

  • Das wird die irrelevanteste Wahl die Postnazideutschland je gesehen hat, da der Bürger weder von der SPD mit Steinbrück noch von der CDU mit Merkel den geringsten Vorteil erlangen wird. Nicht wählen wird eine sehr verführerische Alternative. Aus selbigen Grund Spielt auch der Moderator im Kanzlerduell keine Rolle. Raab ist für deutsche
    Fernsehverhältnisse nicht schlecht. Aber ein Praktikant täte es auch. Außerdem ist es naiv, ein Kanzlerduell auf ein bis 2 Auseinandersetzungen festzulegen, denn hier könnten die Tagesform und das Tagesgeschehen eine übergeordnete Rolle spielen. Damit sich der Zuseher ein klares Bild von den Kandidaten machen könnte bedürfte es wenigstens 10 solcher Auseinandersetzungen... Da das nicht so ist wird der/ die Kanzler der /die am besten blöfft. Bei Merkels Abgebrühtheit und Steinbrücks tollpatschigkeit, sollte jedem bereits jetzt schwanen wer als Sieger hervorgeht, es sei denn ein Ereignis Flut, Komet Lebensmittel-oder-Finanzskandal stellt alles auf den Kopf.

  • ... erstens kommt alles anders und zweitens, als man denkt. Warten wir mal geduldig ab, bis die WählerINnen begriffen haben, daß SIE selbst etwas ändern müssen, damit die Stimme Gewicht bekommt. Eine demokratische Umverteilung von oben nach unten?

  • Die Frage ist lediglich: In welchem Land?

    Es ist scheinbar noch nicht angekommen, dass die BaFin § 89, Absatz 2, Satz 1 VAG gezogen hat.

    Hier zum Nachlesen:
    http://www.versicherungsgesetze.de/versicherungsaufsichtsgesetz/0089.htm

    und hier der Beitrag:
    http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/finanzaufsicht-bafin-besteht-auf-kuerzungen-bei-lebensversicherungen/7751352.html

    Wenn das stimmt, dann war's das!

  • @ Realitaet

    "Die EEG-Politik von Rot-Grün ist massiv gescheitert"
    So richtig gescheitert ist die EE-Politik aber erst unter schwarz-gelb mit Subventionierung der Energiekonzerne, der Netzbetreiber und der großen Unternehmen. Von Marktwirtschaft ist da keine Spur.
    Wieso bezahlen die Bürger den Strom der Großkonzerne, wieso die hoffnungslos maroden Stromnetze, für die sie jahrelang mit dem Netzanteil auf der Stromrechnung zur Kasse gebeten wurden.
    Nein, die Stromkosten steigen seit Jahrzehnten, nur schwarz-gelb hat dies noch zugunsten der Energiekonzerne beschleunigt. Mit einer ordentlichen (Rot-Grün) Regierung ist das zu korrigieren.
    Deutschland hat keine Rohstoffe, deshalb hinken Vergleiche zu Energierohstoffbesitzenden Nationen.

  • Nur die Linken können Rot-Grün verhindern. Das dürfte Fakt sein. Darum müssen sie unbedingt, unabhängig von Gysi, in den Bundestag. Aus taktischen Gründen sollten viele Bürger so wählen, sonst zahlen sie weiter obendrauf. Die EEG-Politik von Rot-Grün ist massiv gescheitert. Die Bürger können die Strombelastung oftmals nicht mehr tragen.

  • Meine Prognose:
    Es wird eine schwarz-grüne Koalition geben.
    Und ich meine, dies ist längst abgesprochen, auch und gerade deshalb, weil die Grünen das momentan so vehement bestreiten.
    Grün und die Merkel passen ja auch besser zusamemn als alles andere. Die Sozialisten wären dann endlich zusammen

  • Prognose; Rot Schwarz gehen zusammen, dann wird alles noch schlimmer.

  • Also bei den Buchmachern ist Merkel unten durch außer bei den gekauften Forsa Umfragen von 2000 Menschen ist Merkel vorne.
    Also ich gehe jede Wette ein. Ich habe schon 5000 Euro auf Steinbrück gesetzt.
    Kein Mensch setzt auf Merkel, daneben laufen auch noch Wetten auf Gröhe, ohne Witz und die Quoten sind die selben.
    Also ich vertraue den Buchmachern und nicht den gekauften Umfragen. Bester Beweiß, Niedersachsen, da hatten die Buchmacher auch wieder einmal recht.

  • Ich wage zu behaupten dass sich die Kanzlerin genau die Partner dort hin steuert, wie sie es braucht. Zur Not spricht sie ihr vollstes Vertrauen aus, und Zack, ein ungewollter Partner weniger.

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