Handelsblatt-Ranking
Das sind die besten Krankenkassen

Das Handelsblatt hat 76 Krankenkassen mit einem neuen Test unter die Lupe genommen. 17 erreichen die Note sehr gut. Wer Homöopathie im Angebot hat – und welche Kasse den niedrigsten Zusatzbeitrag kassiert.
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BerlinWas ist eine gute gesetzliche Krankenkasse? Darauf hat der Gesetzgeber im Sozialgesetzbuch V eine nur auf den ersten Blick klare Antwort gegeben. Danach haben die Krankenkassen als Körperschaften des öffentlichen Rechts den gesetzlichen Auftrag, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder wenigstens zu bessern. Dabei sollen sie sich als „Solidargemeinschaft“ aus Reichen und Armen und Kranken und Gesunden am Gebot der medizinischen Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit orientieren. Komfortmedizin ist also eigentlich nicht ihr Auftrag.

Die Wirklichkeit sieht – vom Gesetzgeber geduldet und Dank des immer dicker werdenden Sozialgesetzbuchs sogar gefördert – längst anders aus. Zwar gelten die Maximen Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit nach wie vor. Doch die Kassen sind schon lange keine Sparanstalten mehr, deren Funktionäre die Versicherten wie Bittsteller behandeln.

Seit 1996 jeder Bürger das Recht erhielt, seine Kasse frei zu wählen, stehen vor allem die regional oder bundesweit geöffneten Krankenkassen in scharfem Wettbewerb. Und der läuft neben der Höhe des Beitragssatzes vor allem über Wahltarife und Zusatzleistungen, die über den gesetzlichen Leistungskatalog hinausreichen. Restriktiv sind Kassen heute nur noch, wenn es im schweren Krankheitsfall richtig teuer zu werden droht oder bei manchen Reha-Maßnahmen und Mutter-Kind-Kuren.

Neben einem geringeren Zusatzbeitrag gehören verschiedene Bonusprogramme genauso zum Werbeangebot wie Zusatzleistungen, etwa im Bereich der Homöopathie oder der Osteopathie. Das Handelsblatt hat sich die Krankenkassen daher mit einem neuen Test unter die Lupe genommen. „Ziel war es zu ermitteln, inwiefern eine Krankenkasse auch das anbietet, was von den Versicherten nachgefragt wird, unabhängig davon, wie sinnvoll diese Angebote aus Krankenkassensicht oder aus Sicht von Experten sind,“ erläutert Thomas Lemke, Geschäftsführer der Deutsches Finanz-Service Institut GmbH in Köln, der die Studie für das Handelsblatt durchgeführt hat.

Geht man auch vor allem von den Präferenzen der Kunden aus, macht eine bundesweit noch nicht ganz so bekannte Kasse aus Hamburg das Rennen, die HEK: Die Kasse mit rund 500.000 Versicherten kann nicht nur mit einem unterdurchschnittlichen Zusatzbeitrag von 1,0 Prozent punkten. Sie hat auch Zusatzleistungen im Angebot, die von den Kunden stark nachgefragt werden, wie vor allem Homöopathie und Osteopathie.

Das hat sie mit der größten deutschen Kasse, der TK, mit über 10 Millionen Versicherten und der auch eher weniger bekannten Actimonda aus Aachen mit 130.000 Versicherten gemeinsam. Sie haben im Test den zweiten und dritten Platz erreicht.

Homöopathie ist dabei ein gutes Beispiel dafür, dass das am meisten nachgefragte nicht unbedingt auch aus Sicht der Experten das Beste ist. Im vergangenen Jahr sorgte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) Josef Hecken für Schlagzeilen. Er forderte, Krankenkassen in Zukunft die Bezahlung von Therapiemethoden zu verbieten, für deren Wirksamkeit es keine Belege gibt. Zuvor waren drei Krebspatienten in einer alternativmedizinischen Behandlung im „Biologischen Krebszentrum“ in Brüggen-Bracht gestorben. Der gemeinsame Bundesausschuss ist eine Einrichtung der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, die unter anderem darüber entscheidet, welche neuen Heilverfahren überhaupt von den Krankenkassen bezahlt werden dürfen.

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Kunden wollen Globuli, Experten nicht

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  • Und das sind die Gründe, warum wir immer mehr zahlen, dafür aber immer weniger Leistungen bekommen
    ---------------------------------------

    Krankenversicherung wird teurer wegen Flüchtlingskrise

    Spätestens nach 15 Monaten erhalten alle Asylbewerber vollen Zugang zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Da die Migranten in der Regel nichts einzahlen, erhöhen sich nun die Beiträge der alten Versicherten.

  • Was das HB auch verschweigt
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    ---------------Die Frankfurter Rundschau hat errechnet, dass aufgrund der vielen Flüchtlinge in Deutschland auf die Krankenkassen zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe zukommen könnten.


  • die Gelder der Krankenkassen werden missbraucht und wir, die ehrlich arbeiten zahlen für die H4-Experten
    -----------------------------------------------------

    .......................... Die Kassen beklagen insgesamt, dass sie für Hartz-IV-Bezieher nur eine Monatspauschale von jeweils 97 Euro vom Staat erstattet bekämen – dies sei "nicht annähernd ausgabendeckend".

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