Handelsblatt-Report: Der neue Finanzminister: Steinbrück braucht noch viele gute Tricks

Handelsblatt-Report: Der neue Finanzminister
Steinbrück braucht noch viele gute Tricks

Geld ausgeben und trotzdem sparen: Der neue Bundesfinanzminister hatte einen guten Start. Aber er hat den schwierigsten Job in Berlin. Eine Handelsblatt-Report.

BERLIN. Der Lieblingswitz von Peer Steinbrück ist der mit der Mütze, und der geht so: Eine Mutter geht mit ihrem Kind an einem reißenden Fluss entlang. Das Kind hüpft ausgelassen an der Uferkante. Plötzlich fällt es ins Wasser. Ein Mann sieht das, springt in den Fluss, bekommt das Kind zu fassen, zieht es ans Ufer und stellt es unversehrt vor die Mutter. Die schaut den Retter kurz an und fragt dann: „Und wo ist die Mütze?“

Steinbrück erzählt den Witz gern im Kreis von Unternehmern, wenn die wieder einmal das 25-Milliarden-Euro-Wachstumspaket der neuen Bundesregierung als unzureichend kritisieren – wie vergangene Woche beim Neujahrsempfang der IHK in Frankfurt. Eben hatten dort 1 500 Banker, Verbandsvertreter und Unternehmer dem neuen SPD-Bundesfinanzminister freundlich applaudiert.

Steinbrück hatte in seiner ersten Grundsatzrede vor überzogenen Ansprüchen an den Staat gewarnt und einen Umbau der Bundesausgaben weg vom Staat hin zu Investitionen und Bildung angemahnt. Anschließend beim Bier aber schenkt der Minister dem Nadelstreifenpublikum den Mützenwitz ein. Nur das Funkeln seiner Augen hinter der Brille verrät, wie sehr ihn die bemühten Lacher amüsierten.

Seit knapp zwei Monaten ist der 59-jährige gebürtige Hamburger und Wahl-Rheinländer mit Erstwohnsitz Bonn im Amt. Steinbrücks Start ins neue Amt hätte kaum besser sein können: Die Kosten für die neuen Steuervergünstigungen im Wachstumspaket hat er bei 25 Milliarden Euro gehalten – trotz der Wünsche von Ministerkollegen, Mittelstand und Familien noch stärker zu beschenken.

Auf die Regierungsklausur auf Schloss Genshagen folgte am Dienstag, an Steinbrücks Geburtstag, die Grundsatzrede in Frankfurt, und von Mittwoch bis Freitag die erste große Auslandsreise als Minister nach Russland, Finnland und Schweden.

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