Handelsblatt-Studie belegt Schwächen in der Forschung – Abstand zur Weltspitze schrumpft aber
Rangliste der besten Ökonomen: Deutschland weit abgeschlagen

Die ökonomische Forschung in Deutschland hat trotz großer Fortschritte in den letzten Jahren immer noch einen deutlichen Rückstand zur Weltspitze. Zudem funktioniert die Umsetzung von ökonomischer Forschung in praktisch nutzbare Politikberatung nur mangelhaft. Dies zeigt eine umfassende Analyse zum Stand der ökonomischen Forschung und Beratung in Deutschland, die das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit dem führenden Anbieter von Wissenschaftsdatenbanken, Thomson Scientific, erstellt hat.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Für das Ranking wertete Thomson Scientific aus, wie häufig die in internationalen Zeitschriften veröffentlichten Forschungsergebnisse der Ökonomen aus Deutschland in den letzten zehn Jahren von anderen Wirtschaftsforschern zitiert wurden. Dieser Maßstab wird auch in anderen Bereichen zum Vergleich der Forschungstätigkeit verwendet. Der Spitzenreiter des Rankings, der experimentelle Wirtschaftsforscher Klaus Schmidt von der Ludwig-Maximilians-Universität München, kommt auf knapp 400 Zitate.

Doch selbst damit schafft es der beste deutsche Forscher nach der letzten zur Verfügung stehenden internationalen Bestenliste von Thomson Scientific nicht unter die ersten hundert Wirtschaftswissenschaftler weltweit. Dagegen liegt etwa der französische Ökonom Jean Tirole auf Rang fünf. Gemessen an ihrem internationalen „Marktanteil“ an den Zitierungen in ihrem Fach, schneiden die deutschen Ökonomen schlechter ab als andere Fachrichtungen. Im internationalen Vergleich werden sie nicht nur von Frankreich, sondern auch von den viel kleineren Niederlanden geschlagen.

Die Analyse zeigt für Deutschland auch: Unter den prominenten Wirtschaftswissenschaftlern, die in der Politikberatung besonders aktiv sind, finden sich nur wenige, deren Forschungsergebnisse international beachtet werden. Zu den wenigen positiven Ausnahmen gehören der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Felix Zimmermann, und Hans-Werner Sinn, der das Ifo-Institut in München leitet.

Mitglieder des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung finden sich unter den Top 25 der Ökonomen-Rangliste für Deutschland nicht. Ratsmitglied Beatrice Weder di Mauro verfehlte den Einzug allerdings nur knapp. Umgekehrt tauchen die Spitzenreiter in der Forschung kaum in den Medien auf.

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