Handelsblatt-Umfrage
Kassenbeiträge bleiben hoch

Es kommt, wie es zu befürchten war: Die Gesundheitsreform bringt nicht die versprochenen Spareffekte bei den Lohnnebenkosten.

sm BERLIN. Die Krankenkassenbeiträge werden zum 1. Januar 2004 trotz milliardenschwerer Zusatzbelastungen von Patienten und Versicherten kaum sinken. Das ergab eine Umfrage des Handelsblatts bei den Kassenverbänden. Danach wird der größte Teil der Kassen den Beitragssatz stabil halten. Nur wenige werden den Satz senken, einige werden im neuen Jahr sogar mehr Geld von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verlangen.

Damit bleibt das Versprechen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und ihrem Konsens-Partner Horst Seehofer (CSU) auf der Strecke, durch die Gesundheitsreform werde der durchschnittliche Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung 2004 von 14,3 % um 0,7 Punkte auf 13,6 % gesenkt. Beim Marktführer AOK senkt nur eine einzige Kasse, und zwar in Rheinland-Pfalz, zum Jahresanfang den Beitragssatz. Etwas mehr Bewegung gibt es bei den Ersatzkassen. Die zweitgrößte Krankenkasse, die DAK, verringert ihren Beitragssatz zum Jahresbeginn um 0,5 Punkte auf dann immer noch überdurchschnittliche 14,7 %.

Auch bei den Innungs- (IKK) und den Betriebskrankenkassen (BKK) bleibt die Entwicklung weit hinter den Versprechen der Politiker zurück. „Fast alle Kassen halten den Beitragssatz konstant“, sagt IKK-Verbandssprecher Joachim Odenbach. Eine Ausnahme sei die IKK Sachsen, die den Beitragssatz um 0,5 Punkte senke. „Der Großteil der Betriebskrankenkassen wird seinen Beitragssatz stabil halten“, sagt auch Florian Lanz, Sprecher des BKK-Verbandes. Da es bei einzelnen Kassen Beitragssatzsenkungen, bei manchen aber auch -erhöhungen geben werde, „hoffen wir unter dem Strich auf ein leichtes Minus“, so Lanz. Der von Schmidt und Seehofer versprochene Rückgang um 0,7 Punkte sei „jenseits aller realistischen Erwartungen“, so der BKK-Sprecher.

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