Handelsblatt Umfrage: Steinbrück fällt bei Frauen durch

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Steinbrück fällt bei Frauen durch

Die CDU schwächelt in den Umfragen, aber davon profitiert der SPD-Kanzlerkandidat nicht: Peer Steinbrück werden nur Außenseiterchancen eingeräumt. In zwei wichtigen Wählergruppen schneidet er besonders schlecht ab.

DüsseldorfPeer Steinbrück schlägt einen schweren Kampf: Nur ein Drittel der Wähler billigt ihm eine Chance zu, aus der Bundestagswahl 2013 als Gewinner hervorzugehen. Das liegt vor allem an zwei Gründen: der SPD-Kanzlerkandidat ist durch die Diskussion über seine millionenschweren Rednerhonorare dauerhaft beschädigt - und Deutschlands Frauen wollen von ihm nichts wissen. Das ergibt eine repräsentative Online-Umfrage des Marktforschungsinstituts „mafo.de“ im Auftrag von Handelsblatt Online.

Immerhin 44,5 Prozent aller Befragten glauben, dass die SPD unter dem Spitzenkandidaten Steinbrück wenigstens eine Chance hat, stärkste Partei zu werden und mit der Regierungsbildung beauftragt zu werden. Bei den Frauen sind es dagegen nur halb so viele: 76,3 Prozent der weiblichen Wähler sehen andere Parteien vor der SPD.

Eine knapp Mehrheit von 55 Prozent aller Befragten glaubt sogar, dass es innerhalb der SPD einen besseren Kandidaten als Steinbrück gegeben hätte - und auch hier sind die Frauen besonders skeptisch gegenüber dem ehemaligen Finanzminister eingestellt.

Die Vorbehalte der weiblichen Wähler sind offenbar grundsätzlicher Natur, die Honoraraffäre fällt bei ihnen nicht so sehr ins Gewicht. So sehen zwar zwei Drittel aller Befragten Steinbrücks Erfolgschancen durch die Honorar-Debatte nachhaltig beeinträchtigt. Aber es sind vor allem die Männer, die dem SPD-Mann sein hohes Einkommen ankreiden.

Überraschenderweise hat es der 64-Jährige auch in seiner eigenen Altersgruppe besonders schwer: Bei allen Fragen schneidet Steinbrück in der Gruppe der 46 bis 65-Jährigen deutlich schlechter ab als bei jüngeren Wählern.

Steinbrück war von seiner Partei am 12. Oktober zum Kanzlerkandidaten gekürt worden, nachdem Parteichef Siegmar Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier verzichtet hatten. Unmittelbar vor der überraschend frühen Auflösung der sogenannten SPD-Troika war die SPD in den Umfragen leicht auf 30 Prozent geklettert, unmittelbar danach aber wieder zurückgefallen und liegt in der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und Stern wieder bei 26 Prozent.

Die CDU verlor gegenüber der Vorwoche zwar drei Prozentpunkte, ist mit 36 Prozent aber unangefochten die stärkste Partei. Allerdings könnte sie nach aktuellem Stand nur in einer großen Koalition mit der SPD oder zusammen mit den Grünen regieren. Die Grünen profitieren von ihren neuen Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin und klettern um zwei Punkte auf 16 Prozent.

Die FDP kommt laut Forsa derzeit auf vier Prozent und würde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, die Piraten würden es mit fünf Prozent knapp schaffen. Für die Linke würden acht Prozent stimmen. Damit hätten weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine eigene Mehrheit.

 
Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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