Deutschland
Handelsriesen nehmen Dosen aus den Regalen

Es wird ein Start mit Schwierigkeiten: Am morgigen Mittwoch sollte ein bundesweites Rücknahmesystem für Einwegverpackungen die Zettelwirtschaft beenden. Die großen Handelsgruppen machen aber nicht mit.

HB KÖLN/DÜSSELDORF. Der Start des bundesweit einheitlichen Rücknahmesystem für Einwegverpackungen findet praktisch ohne die großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler statt. Nachdem Edeka, Aldi, Metro und andere bereits vor Wochen die komplette Auslistung der Dose angekündigt hatten, zog die Kölner Handelsgruppe Rewe am Dienstag nach. Zum 1. Oktober werde keine Pfanddose mehr verkauft, sagte Pressesprecher Wolfram Schmuck in Köln. Damit hat von den Branchenriesen nur noch die Hamburger Spar- Gruppe künftig Getränkedosen in den Regalen.

Rewe will für alle seine Märkte (Rewe, Minimal, toom, Penny) statt Dosen künftig Getränke in eigenen Einwegverpackungen/Flaschen anbieten. Diese könne der Kunde dann bundesweit in den Geschäften der Unternehmensgruppe zurückgegeben. Mit diesen so genannten Insellösungen versprechen sich die Unternehmen nach Angaben von Branchenkennern eine stärkere Kundenbindung. Der Umsatz mit der Getränkedosen sei in den vergangenen Wochen ohnehin auf ein Minimum zurückgegangen, betonte Schmuck.

An diesem Mittwoch soll ein bundesweites Rücknahmesystem die bisherige „Zettelwirtschaft“ bei Getränkedosen und anderen pfandpflichtigen Verpackungen ablösen. Dann müssen Händler alle gebrauchten Einwegverpackungen „gleicher Art, Form und Größe“ zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen. Damit kann grundsätzlich eine Dose, die in Berlin gekauft wurde, auch in München zurückgegeben werden und umgekehrt.

Nach Angaben des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels geht es bei den Rücknahmesystemen aber nur noch um 10 Prozent des Getränkemarktes. Denn entweder haben die Geschäfte Einweg längst ausgemustert, oder sie füllen in eigene Dosen und Flaschen ab. Mit diesen Insellösungen wird die Vorschrift des Gesetzgebers unterlaufen, dass jeder Dosen und Flaschen zurücknehmen muss, die in „Art, Form und Größe“ gleich sind.

Seit Jahresbeginn müssen die Verbraucher einen Kassenbon oder Wertmarken aufheben, damit sie das Pfand für Dosen und Einwegflaschen zurückbekommen. Teile des Handels und der Getränkeindustrie beklagen, dass für die Verbraucher die Lage weiterhin unübersichtlich bleibe.

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