Handelsstreit
Merkel brüskiert Obama mit ihrem Triumphgeheul

Die US-Niederlage im Streit über die Handelsüberschüsse wirkt nach. Vor allem der demonstrative Triumph der Kanzlerin nach dem G20-Gipfel verärgert Washington. Die Kanzlerin feiere einen Sieg, der gar keiner sei.
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HB BERLIN. Als Botschafter der USA in Deutschland ist Philip Murphy schon von Berufs wegen darum bemüht, gutes Einvernehmen zwischen Berlin und Washington herzustellen. Das ist oft anstrengend, aber seit dem G20-Gipfel in Südkorea hat der drahtige Ex-Investmentbanker von Goldman Sachs noch etwas mehr zu tun als sonst. Der Grund: Die US-Regierung hat ihre Niederlage im Streit über die Begrenzung der Exportüberschüsse noch nicht verdaut. Mit wachsendem Grimm schaue Washington zu, wie Angela Merkel ihren Sieg im Handelsstreit von Tag zu Tag mehr auskoste, heißt es in US-Wirtschaftskreisen. Dabei lässt sich die Kanzlerin nicht nur von deutschen Medien als Obama-Bezwingerin feiern.

Auch beim CDU-Parteitag legte sie ordentlich nach. Die deutschen Exporterfolge seien halt "Ergebnis guter Produkte made in Germany", sagte Merkel trocken unter donnerndem Applaus. "Deshalb lassen wir uns auch nicht für unsere guten Exporte bestrafen." Der Satz saß und ist seitdem Gesprächsthema Nummer eins in der US-Community in Deutschland.

"Frau Merkel feiert einen merkwürdigen Sieg über Amerika", ärgert sich jetzt ein hochrangiger US-Manager mit Sitz in Deutschland. Vor allem könne man von einem Sieg überhaupt nicht sprechen, weil Präsident Barack Obama seine Forderung nach einer Begrenzung der Handelsbilanzüberschüsse auf vier Prozent der Wirtschaftsleistung ja schon vor dem Gipfel wieder aufgegeben habe.

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Kommentare zu " Handelsstreit: Merkel brüskiert Obama mit ihrem Triumphgeheul"

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  • Dieser US Export-Erfolgsneid ist ja wohl klassische beggar thy neighbour Politik.

    Was können wir dafür, daß die Amis in Sachen Export weniger effizient arbeiten als wir? Soll berlin unsere Wirtschaft künstlich mit den Füßen am boden festnageln?

  • Was tut Tante Angie denn hier und dort?
    Sie lebt noch gar nicht so lange in der Demokratie
    und nun watscht sie unseren großen bruder vor der ganzen Welt ab! Sie weiß hoffentlich, wem wir unseren
    Aufschwung und die Hilfe nach dem 2. Weltkrieg zu verdanken haben? So behandelt man keine Freunde und schon gar nicht, wenn es denen nicht Gut geht!

    Wo Angie gelebt hat bis 1989 war Russland der "Helfer" und was ist davon noch übrig?

    Jetzt kann Sie auch nicht zu Putin, denn dort ist Gerhard mit der Flasche bier schon.

    Und China? Was haben wir Chian zu verdanken oder was verdankt uns China?

    Also liebe Angie, jka ich weiß manchmal bekommt man Höhenflüge und verliert die bodenhaftung, aber diesmal war es eindeutig zuviel des guten.

    ich kann die Amis verstehen, auch wenn ich auch nicht alles Gut finde, was die so treiben, aber so
    was vor der ganzen Welt ist schon demütigend!

    ich als Ami würde mir auch für die Zukunft überlegen, ob Deutschland ein loyaler Partner ist!

    Gerade haben wir wieder ein paar Minuspunkte auf der Sympathieskala der Amerikaner erhalten.

    Den Amerikanern wirft man vor, dass Sie die Welt nicht mit Geld überschwemmen soll, aber gleichzeitig sollen sie bei uns unsere Exportlastige Wirtschaft ankurbeln, wie geht dass Frau Angela Merkel?

    bitte sorgen Sie für freundschaftliche Verhältnisse, denn Feinde haben wir schon genug im eigenen Land!

  • Das kann ja Eiter werden!

    So so, "Ergebnis guter Produkte made in Germany"!
    ist das die neue Äährlichkeit, wo doch immer made by Merkel angesagt ist?
    Den USA dämlich zu kommen, ist in etwa so, wie bomben auf Pearl Habour. Das spornt an!!! Das eint die Nation zu einem gewaltigen Gegenschlag!

    Merkel hat noch nie einen Finger krumm gemacht; es sei denn, sie popelte mit dem kleinen Finger im Ohr rum. ihre Platinen an der Akademie der Wissenschaften hatten schon Mängel. Schuld war natürlich der Lötzinn vom Kombinat "Rote Rübe" und nicht etwa die wirre Kreativschaltung.

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