Handgranaten-Anschlag
Spontane Demonstrationen von Rechten und Linken

Der Handgranaten-Angriff auf ein Flüchtlingsheim in Villingen-Schwenningen treibt die Bürger auf die Straße. In der baden-württembergischen Stadt trafen Rechte und Gegner aufeinander. Es kam zu Handgreiflichkeiten.

Villingen-SchwenningenEinen Tag nach dem Anschlagsversuch mit einer Handgranate auf ein Flüchtlingsheim in Villingen-Schwenningen hat es in der Stadt spontane Versammlungen rechter Demonstranten und Gegendemonstranten gegeben. An einem Aufzug des rechten Spektrums nahmen nach Angaben der Polizei am Samstag rund 80 Demonstranten in der baden-württembergischen Stadt teil.

Zudem führte demnach ein Demonstrationszug mit rund 150 Beteiligten vor die Flüchtlingsunterkunft, die in der Nacht auf Freitag Ziel des Anschlagsversuchs geworden war. Daran beteiligten sich neben Bürgern und Mitgliedern einer antifaschistischen Initiative aus Villingen-Schwenningen nach Polizeiangaben auch Flüchtlinge.

Die Kundgebungen seien friedlich verlaufen, meldete die Polizei. Am Bahnhof sei es jedoch zwischen etwa zehn Menschen zu Handgreiflichkeiten gekommen. Über die Beteiligten liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor.

Der Anschlagsversuch mit einer Handgranate auf die Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag eine Granate auf das Gelände der Unterkunft geworfen, die jedoch nicht explodierte. Unklar blieb zunächst, ob ein Zünder eingebaut war.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen, schließt aber einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus. Neue Erkenntnisse lagen der Polizei am Samstag nicht vor, wie ein Sprecher auf AFP-Anfrage mitteilte.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) forderte als staatliche Reaktion gegenüber den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland „mehr Polizei in Bund und Ländern“. Deutschland stehe wegen der Zunahme rechter Gewalt aber „sicher nicht auf der Kippe“. „Wir sind ein ganz stabiles demokratisches Land“, sagte der SPD-Chef. Es gebe allerdings „eine gefährliche Zunahme“ von Gewalttätern. „Es gibt eben die Brandstifter – und dazu viele Biedermänner, die diese Brandstifter einladen“, kritisierte er.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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