Handwerk
Steuerbonus bremst Jobabbau

Der Steuerbonus von bis zu 600 Euro für Handwerksleistungen beschert dem Handwerk mehr Aufträge und dämmt die Nachfrage nach Schwarzarbeit ein. Das Auftragsplus hat aber noch nicht zu neuen Stellen in der Branche geführt, sondern nur den Jobabbau gebremst.

DÜSSELDORF. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem Abbau von 60 000 Arbeitsplätzen“, sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler dem Handelsblatt. „Im Vorjahr hat das Handwerk noch 140 000 Jobs verloren.“ Der Boom helfe bisher vor allem, vorhandene Stellen in den Handwerksbetrieben zu sichern, nicht aber, neue zu schaffen.

Der Gesetzgeber hatte im Rahmen des 25 Mrd. Euro schweren Wachstumsprogramms der Bundesregierung die steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerkerrechnungen erweitert. Seit Jahresbeginn können Privathaushalte sämtliche Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen an in Deutschland selbst genutzten Immobilien steuerlich geltend machen. Dies gilt für Eigentümer wie für Mieter. Neben dem Steuerbonus für Handwerksleistungen gibt es einen Steuerbonus für allgemeine haushaltsnahe Dienstleistungen. Dieser beträgt ebenfalls bis zu 600 Euro im Jahr.

Privathaushalte können Handwerkerrechnungen bis zu 3 000 Euro beim Finanzamt geltend machen und erhalten dann 20 Prozent Steuerbonus. Dieser wird allerdings nur für die Arbeitskosten eines Handwerkers inklusive der Mehrwertsteuer gewährt. Nicht begünstigt sind Materialkosten. Diese müssen auf der Rechnung separat ausgewiesen werden. Die Zahlung der Handwerkerrechnung muss dem Finanzamt per Kontoauszug oder Überweisungsbeleg nachgewiesen werden.

Unklar ist bislang, welche Arbeitskosten begünstigt sind, ob zum Beispiel der Bonus nur für den Einbau einer neuen Haustür oder auch für ihre Herstellung in der Tischlerei gilt. Das Handwerk hat das Bundesfinanzministerium deshalb aufgefordert, offene Anwendungsfragen klar zu stellen. Nicht genutzt werden kann der Steuerbonus, wenn die Handwerksleistungen gleichzeitig als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastung oder geringfügiges Beschäftigungsverhältnis geltend gemacht werden.

Die Konjunktur im Handwerk, die seit Jahresbeginn anzieht, hat dank der steuerlichen Förderung im zweiten Quartal weiter an Fahrt gewonnen. Vor allem Bau und Ausbauberufe sind besser ausgelastet und melden höhere Auftragsbestände. Nach den Umfragen des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) wird der Aufwärtstrend im Handwerk in den kommenden Monaten anhalten.

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