Handwerkspräsident Kentzler
„Wer kann, soll bis 70 arbeiten“

Handwerkspräsident Otto Kenztler plädiert wegen des zunehmenden Fachkräftemangels für eine Rente mit 70. Allerdings stoßen solche Vorschläge nur auf sehr geringe Zustimmung in der Bevölkerung. Im Gegenteil: Eine große Mehrheit der Deutschen liebäugelt mit der Rente vor dem 65. Geburtstag.
  • 46

Berlin"Wer kann, soll bis 70 arbeiten", sagte Kentzler dem Magazin "Focus". Viele Ältere seien fit, sagte er. "Selbst wenn sie nur halbe Tage arbeiten, ihre Erfahrung kann uns helfen." Einer GfK-Umfrage für die "Welt am Sonntag" zufolge wären jedoch gerade einmal 1,6 Prozent der Befragten bereit, über das 69. Lebensalter hinaus erwerbstätig zu sein. Selbst die Rente mit 67 stößt auf geringe Akzeptanz.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks argumentierte, bereits jetzt müssten Betriebe Aufträge ablehnen, weil ihnen die Fachkräfte fehlten. Einige Unternehmen hätten auch das Tempo der demografischen Entwicklung unterschätzt, sagte Kentzler. Um den Fachkräftemangel zu entschärfen, müsse man sich auch verstärkt um diejenigen bemühen, die keinen Schulabschluss hätten. Zuwanderung sei nur ein kleiner Teil der Lösung, denn zum einen kämen zu wenige Ausländer, zum anderen müssten sie erst sprachlich und fachlich auf eine Ausbildung vorbereitet werden.

Ein Mangel herrscht nicht nur bei den Hochqualifizierten. "Fachkräfteengpässe zeigen sich mehr und mehr auch bei beruflich Qualifizierten", sagte Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Welt am Sonntag". "Vier von zehn Unternehmen, die Stellenbesetzungsprobleme haben, suchen derzeit ohne Erfolg dual ausgebildete Fachkräfte." Vor allem in technischen Berufen und im Gesundheitswesen hätten bereits heute viele Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) für die Zeitung gibt es 119 Berufe, bei denen die Zahl der Stellenangebote die der im Juni gemeldeten Arbeitslosen übersteigt. Mehr als drei Viertel dieser Berufe werde von Fachkräften ohne Studium ausgeübt. So ist der Engpass bei Kellnern, Klempnern und Pflegekräften größer als bei studierten Vermessungstechnikern und Ärzten.

Seite 1:

„Wer kann, soll bis 70 arbeiten“

Seite 2:

Wo das Wunschrentenalter der Deutschen liegt

Kommentare zu " Handwerkspräsident Kentzler: „Wer kann, soll bis 70 arbeiten“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Handwerspräsident macht es sich sehr einfach: wer will soll bis 70 oder drüber arbeiten. Herr, Kentzler, die Leute müssen!. Hätten diese Geschundenen die Beamenpensionen von 2680,-- mon. würden sie nicht weiter arbeiten (wenn sie können). Die BILD von heute sagt die volle Wahrheit: die Ungleichbehandlung zwischen Pensionen und Renten sind himmelschreiend.

  • Wunschrentenalter ab 55! Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Ein künstliches Hüftgelenk, ein Bypass: Und das Eingezahlte ist weg. Danach auf H4. Ein Lösungsvorschlag.

  • Ist noch Sommerloch?
    Wer ist Otto Kentzler?
    Haben alle Profilierungssüchtigen ihr Statement jetzt abgegeben?

    Ich bin der Meinung, "Wer kann soll bis 72 arbeiten."

    (Jetzt hab ich Euch's aber gezeigt!)




Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%