Hans-Georg Wieck
Ex-BND-Chef findet Schnüffelprogramme in Ordnung

Britische Überwachungsprogramme sollen auch deutsche Internetdaten ausgespäht haben. Der ehemalige BND-Präsident Wieck kann daran nichts finden – und verrät nebenbei etwas über die Praxis beim deutschen Geheimdienst.
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BerlinDer ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Hans-Georg Wieck, sieht in Ausspähprogrammen des amerikanischen und des britischen Geheimdienstes nichts Verwerfliches. „Das sind keine Überwachungsmaßnahmen, sondern das ist ein Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus auch in Deutschland“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe).

„Wir machen das in Gestalt des Bundesnachrichtendienstes im Ausland selbst. Da ist nicht mehr Illegales drin als in anderen geheimdienstlichen Tätigkeiten“, sagte der Ex-BND-Chef. Es müsse nur vermieden werden, dass der Eindruck entstehe, die gewonnenen Informationen würden gegen andere Länder verwendet. „Es gibt hier einen Bedarf an Vertrauensbildung“, fügte Wieck hinzu.

Dagegen sprach FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle von „ganz ungeheuerlichen Vorgängen“. Von Amerikanern und Briten verlangte er umfassende Aufklärung über die Ausspähaktionen in deutschen Datennetzen. „Hier erwarte ich von unseren Freunden in Washington und London, dass sie mehr tun als bisher. Das ist auf keinen Fall befriedigend“, sagte er der in Oldenburg erscheinenden „Nordwest-Zeitung“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Das Show Programm Deutscher Politiker zum angeblichen Abhörskandal durch England und USA ist ja niedlich. Wir stehen vor Wahlen und da will man den Robin Hood spielen und die Bösen bekämpfen. Kann sich noch jemand an die Folterflugzeuge erinnern die über Schröder und Fischer über Berlin flogen und keiner wusste davon? Man stelle sich mal vor, es ist Krieg und der Feind steht vor dem Bundestag. In der letzten Rede wird man hören, bisher wussten wir von nichts. In Afghanistan hat es ja auch 10 Jahre gedauert bis man feststellte, oh wir sind im Krieg.

  • @MaWo: Bei allen Überwachungsmaßnahmen und Eingriffen in die Freiheit, die wir dem Staat zugestehen, müssen wir bedenken, dass diese Maßnahmen auch schnell außer Kontrolle geraten und missbraucht werden können.

    Selbst wenn heute die Politik dem Bürger verpflichtet wäre, lehne ich Überwachung grundsätzlich ab. Wer sagt es denn, dass nicht schon morgen ganz andere Charaktäre ans Ruder kommen, die die geschaffenen Überwachungsmöglichkeiten zu ganz anderen Zwecken nutzen?

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