Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty
Zwei Alfa-Mitglieder wollen Deutschland therapieren

Die politische Elite leidet am Helfersyndrom, lautet die Diagnose der Alfa-Mitglieder Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty. Schuld sei die Kanzlerin. In ihrem Buch fordern sie: „Deutschland gehört auf die Couch!“.

BerlinIn Folge historischer Schuld habe sich die Bundesregierung in ein Helfersyndrom hineingesteigert, lautet die Diagnose der Europaabgeordneten Hans-Olaf Henkel und Joachim Starbatty. Der frühere BDI-Präsident und der emeritierte Volkswirtschaftsprofessor sehen insbesondere Bundeskanzlerin Merkel in der Verantwortung. Sie sei weder fähig noch willig, zuzugeben, „dass sie einen katastrophalen Fehler beging“, behaupten die Autoren in ihrem gemeinsam verfassten Buch „Deutschland gehört auf die Couch!“.

Als seien die Verfasser nicht umstritten genug, haben sie Thilo Sarrazin als Moderator für die Präsentation ihres Buches eingeladen. Doch der ließ zunächst auf sich warten. Er habe sich versehentlich eine falsche Uhrzeit notiert, informiert der Verleger die wartende Menge. Als Sarrazin dann mit 30-minütiger Verspätung eintrifft, attestiert auch er ein schlechtes Gewissen als Leitmotiv der Bundesregierung. „Die Helfer wecken hier aber Hoffnungen, die sie nicht einlösen können“, sagt Sarrazin.

Zwar lobt der ehemalige Berliner Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand das Buch als „anregend und keineswegs langweilig“. Dennoch betont er, er wolle sich weder von Alfa noch von der AfD vereinnahmen lassen. Seine politische Heimat sei immer noch die SPD. In ihrer Meinung über die Politik der Koalition und der Kanzlerin im Besonderen sind Sarrazin, Henkel und Starbatty sich aber einig. „Die CDU zerbröselt“, sagt Henkel zur Vorstellung des Buches in Berlin. Merkel müsse daher zurücktreten, jemand anderes das Steuer übernehmen. Und einen Nachfolger haben sie auch schon im Sinn.

„Nehmen wir an, die CDU wäre ein Unternehmen und Starbatty und Henkel säßen im Aufsichtsrat“, sinniert Henkel. „Spätestens nach der letzten Landtagswahl hätten wir der Vorstandsvorsitzenden Frau Merkel dann gesagt, dass sie den Hut nehmen soll.“ Zur Nachfolgeregelung hätte man dann einen Headhunter beauftragt „und gleich zu Friedrich Merz geschickt“.

Der 60-Jährige Merz sei zuverlässig und habe als Politiker stets überzeugt. Vor allem aber verfüge er über ein Verständnis für die Bedürfnisse und Mechanismen der Wirtschaft. Daran fehle es der Koalition völlig. Zwar spielt Merz seit mehr als zehn Jahren politisch keine Rolle mehr, seitdem er nach Merkels erstem Wahlsieg 2005 weggemobbt wurde. Doch erhofft sich auch Starbatty vom Juristen Merz einen Ruck, den die CDU dringend brauche. Der Höhenflug der AfD ließe sich so in einem bremsen, glaubt er.

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Beide Autoren waren AfD-Mitglieder der ersten Stunde

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