Hans Otto Bräutigam neuer Vorstandschef der Bundesstiftung
Entschädigung für NS-Opfer geht in Endphase

Nach drei Jahren geht die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter in ihre Schlussetappe. Die Bundes-Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ will die letzte große Entschädigung von Nazi-Opfern wie geplant bis spätestens Mitte 2005 abschließen.

HB BERLIN. Der Kuratoriums-Vorsitzende, Dieter Kastrup, sprach am Donnerstag in Berlin von einer Erfolgsgeschichte. Dies sei nicht zuletzt das Verdienst des Stiftungsvorsitzenden Michael Jansen, der am ersten Juli an die Spitze des Bundespräsidialamtes rückt.

Das Kuratorium wählte erwartungsgemäß Hans Otto Bräutigam, der bis Ende 2002 dem Vorstand angehörte, zum neuen Vorstandschef. Um schon lange absehbare Fehlbeträge bei der Entschädigung auszugleichen, stellte das Kuratorium 300 Millionen Euro aus Zinsen bereit. Davon erhalten die Jewish Claims Conference (JCC) 143,8 Millionen und die russische Partnerstiftung 14 Millionen. 125,6 Millionen gehen an die Internationale Organisation für Migration (IOM), die für die Entschädigung aller nichtjüdischen Zwangsarbeiter außerhalb Mittel- und Osteuropas zuständig ist.

Damit soll sichergestellt werden, dass die noch lebenden Opfer die Höchstbeträge von maximal 7 669 Euro erhalten. Abstriche wird die Stiftung bei den erbberechtigten Nachkommen machen müssen. Schätzungsweise 5 bis 15 Prozent der Zwangsarbeiter können nicht mehr entschädigt werden, weil sie inzwischen gestorben sind oder nicht mehr ausfindig gemacht werden können.

Bis jetzt hat die Stiftung an knapp 1,6 Millionen Nazi-Opfer gut drei Milliarden Euro ausbezahlt. Für die Entschädigung und weitere Projekte wie den Zukunftsfonds stehen der Bundes-Stiftung gut fünf Milliarden Euro (zehn Millionen Mark) zur Verfügung, die von Staat und Wirtschaft je zur Hälfte aufgebracht wurden. Nach Missbräuchen bei früheren Entschädigungen gab sich Jansen sicher, dass die Zahlungen zuverlässig die Betroffenen erreichen.

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