Hartz-IV-Bezieher
Zehn Prozent haben Abitur oder Fachabi

Hartz-Empfänger sind gebildet: Fast jeder zehnte Hartz-IV-Langzeitbezieher hat Abitur oder Fach-Abi. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2013. Knapp drei Prozent haben sogar eine akademische Laufbahn absolviert.
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NürnbergFast jeder zehnte Langzeitbezieher von Hartz IV hat einen höheren Schulabschluss oder studiert. Das geht aus am Montag bekannt gewordenen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die AFP vorlagen. Der Statistik zufolge gab es Ende Juli gut 2,2 Millionen als arbeitssuchend registrierte Hartz-Empfänger. Von diesen Langzeitbeziehern, die in den vergangenen zwei Jahren länger als 21 Monate hilfebedürftig waren, hatten 134.546 Abitur und weitere 75.338 die Fachhochschulreife.

Insgesamt stieg die Zahl im Vergleich zu Juli 2013 um knapp drei Prozent an. 65.921 der Langzeitbezieher von Hartz IV haben sogar eine akademische Ausbildung absolviert, wie aus den BA-Zahlen weiter hervorgeht, über die zunächst die „Bild“-Zeitung am Montag berichtet hatte.

Der BA-Statistik zufolge hatten 932.605 Langzeitbezieher einen Hauptschulabschluss, 462.920 besaßen einen solchen nicht. Weitere 515.156 hatten die Mittlere Reife. Insgesamt hatten 1,25 Millionen Langzeit-Hartz-Bezieher keine abgeschlossene Berufsausbildung, 866.275 hatten eine betriebliche oder schulische Ausbildung.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hartz-IV-Bezieher: Zehn Prozent haben Abitur oder Fachabi"

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  • Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, aber der Bezug zur Realität ist doch ein bisschen verloren gegangen, oder?

    Aktuell verdient man als Auszubildender ca.500-650 Euro, als normaler Arbeiter mit Mindestlohn ca. 1300 netto im Monat. Auf 40h Basis die Woche.

    Ich möchte nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich kann mir schlecht vorstellen, dass es zig Millionen in Deutschland (von sozialen Härtefällen mal abgesehen, oder gesundheitlich Bedürftige rausgerechnet) des Arbeiten wegens so schlecht geht.
    Meine Erfahrungen bestätigen dies auch.

    Es stellt sich natürlich immer die Frage wie sozial ein Staat bzw. die einzelne Person sein will, aber vor 50 Jahren wäre die Arbeitslosenzahl bestimmt um 80 Prozent geringer gewesen…
    Das Wunschniveau ist aktuell von der Realität abgekoppelt. So wie das Sozialsystem jetzt läuft wird es in Zukunft nicht mehr weitergehen können.

    Und die hohe Anzahl an Hochschulabsolventen liegt einfach an der hohen Quote an sich. Jeder Depp ist am Gymnasium gewesen bzw. hat studiert, oder es zumindest mal versucht. Besonders viel Intelligenz muss dafür nun auch nicht gegeben sein.

    Ihrem letzten Punkt muss ich leider komplett widersprechen. Wir haben weder einen extremen Fachkräftemangel, noch viel zu wenig Stellen. Gesamt gesehen ist der Markt sogar ziemlich ausgeglichen. Von manchen Firmen jedoch werden die Raster bzw. die Anforderungen falsch gesetzt, was auch auf einige Arbeitnehmer zutrifft.

    Ich kann nur für mich sprechen, stehe aber persönlich nicht vor einer Existenznot. Genauso wie 99,5 Prozent all meiner Bekannten und Verwandten. Und selbst wenn es so wäre würden die von Ihnen angedeuteten Anpassungen das Problem an sich nur verstärken.

    Einzelfälle ausgenommen ist jeder nun mal seines Glückes Schmied. Manche haben Pech, manche Glück. Trotzdem gilt statistisch gesehen der schöne Satz: Jedem das Seine.

  • Wenn die Armutsgefährdung bei 950Euro besonders hoch ist wo liegen denn dann die Single SGB II Bezieher wenn sie ca. 800Euro "üppiges" Hartz IV bekommen ( "üppig" nach Aussage einiger ) Das die Abiturienten unter Hartz 4 steigen sollte logische Konsequenz sein wenn Jobs nur noch für Realschüler ermöglicht werden . ( früher Hauptschuljobs ! ) Eine nette "Idee" der Wirtschaft : ich schaffe Qualifikationen in "einfachen" Berufen die früher für Hauptschüler denkbar waren und senke dabei den Lohn für diese NUN unqualifzierten Hauptschüler die auf den "Zug" aufspringen wollen . Schade nur das das Verhältnis freie Stellen vs. Arbeitssuchende NICHT mehr passt 10:1 so stehen ALLE kurz vor der Arbeitstechnischer und Gesellschaftlicher Existenznot :-(

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