7 Bewertungen ***
07.04.2008 
Arbeitsmarkt

Hartz IV senkt Zahl der Arbeitslosen

Drei Jahre nach der Zusammenlegung der früheren Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zur Grundsicherung für Arbeitsuchende zieht die Regierung zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit eine positive Bilanz - trotz aller Anlaufschwierigkeiten und der Gesetzwidrigkeit der „Arge“.

Seit drei Jahren in Kraft: Hartz IV. Foto: dpaLupe

Seit drei Jahren in Kraft: Hartz IV. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist infolge der Hartz-IV-Reform um 1,7 Millionen auf 3,5 Millionen zurückgegangen. Das Bundesarbeitsministerium, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Deutsche Städtetag zogen am Montag eine positive Bilanz des zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen neuen Sozialgesetzbuches II. „Die Zusammenlegung der früheren Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zur Grundsicherung für Arbeitsuchende ist erfolgreich“, hieß es in einer Erklärung. Allein die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei in den vergangenen zwei Jahren von knapp 3 Millionen auf 2,3 Millionen gesunken.

Staatssekretär Detlef Scheele sagte, mit der Einführung der Grundsicherung habe sich der Bund zu seiner Verantwortung für die Finanzierung der Langzeitarbeitslosigkeit bekannt und ein System für einen gerechten Ausgleich zwischen Regionen mit hoher und niedriger Arbeitslosigkeit geschaffen. Daran dürfe sich auch nach der vom Bundesverfassungsgericht vorgegebenen Umstrukturierung der Arbeitsgemeinschaften (Arge) in kooperative Jobcenter nichts ändern.

Die sogenannten Arbeitsgemeinschaften, in denen Kommunen und Bundesagentur für Arbeit Langzeitarbeitslose gemeinsam betreuen, sind nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts grundgesetzwidrig.

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt meinte, die gute Zusammenarbeit der Kommunen mit der Bundesagentur zeige endlich zählbare Resultate. Die größten Erfolge sieht Alt im Bereich der Jugendlichen. Dies zeige sich nicht nur in steigenden Integrations- und Aktivierungsquoten, sondern auch durch eine verbesserte Förderstruktur und dichter vernetzte Integrationsansätze.

Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, sind Aufbau und Konsolidierung verlässlicher Hilfen für Langzeitarbeitslose und ihre Familien nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelungen. „Jetzt gilt es, für die betroffenen Menschen das Erreichte zu sichern und die Leistungsfähigkeit des Systems weiter zu verbessern“, sagte Articus. Die Bürger erwarteten zu Recht, dass Leistungen unbürokratisch gewährt würden und gut aufeinander abgestimmt seien.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Finanzkrise: Nationale No...

    Finanzkrise: Nationale Notprogramme

    Der Vertrauensverlust in der internationalen Finanzwirtschaft zwingt die Politik zu umfangreichen Rettungsaktionen. In der Europäischen Union wird derzeit jedoch vor allem an nationalen Lösungen gebastelt. Wer tut was?Bildergalerie 

  • Hart umkämpfte Wahlkreise...

    Hart umkämpfte Wahlkreise für die SPD

    Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2009 etliche Direktmandate verlieren. Betroffen davon sind vor allem Wirtschaftspolitiker und Konservative der Bundestagsfraktion. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Lüthke Politikberatung für das Handelsblatt.Bildergalerie 

  • Becksteins mögliche Erben...

    Becksteins mögliche Erben in Bayern

    Nach dem Wahl-Debakel und nur zwölf Monaten Amtszeit gibt sich Ministerpräsident Günther Beckstein geschlagen. Die Parteikollegen trauerten nicht lang. Bereits am Dienstagnachmittag stellten sich drei Amtsanwärter zur Verfügung. Und mit Horst Seehofer hält sich auch ei...Bildergalerie 

  • Das politische Stehaufmän...

    Das politische Stehaufmännchen

    Im vergangenen Jahr war Horst Seehofer noch Erwin Huber bei der Wahl zum Parteivorsitzenden unterlegen, nun scheint der designierte neue Parteichef endlich am Ziel. Er wolle die CSU „in ihrem Mythos, in ihrer Einmaligkeit, in ihrer Erfolgsgeschichte“ der vergangenen fü...Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Merkel & Co überhöhen den Staat  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Thomas Hanke

Merkel verkalkuliert sich: Sie spekuliert auf das Vertrauen der Bürger in den Staat, füllt dessen Aufgaben aber nicht überzeugend aus. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Wo steht der Feind?  Artikel in Merkliste

07.10.2008 von Andreas Rinke

Durch Verhandlungen mit den Taliban könnte den westlichen Soldaten der Feind abhanden kommen. Eine Klärung ist erforderlich. Kommentar