Hartz IV
Zahl der Dauer-Bezieher deutlich gesunken

In Deutschland gibt es so wenig Dauer-Bezieher von Hartz-IV-Leistungen wie nie zuvor. Ende 2015 lebten knapp 2,6 Millionen Menschen länger als vier Jahre von Hartz IV. Eine Altersgruppe ist dabei besonders betroffen.

NürnbergTrotz verstärkter Vermittlungsbemühungen der Jobcenter ist die Zahl der Hartz-IV Dauerbezieher zuletzt nur im Osten gesunken - dort allerdings teils überraschend stark. Bundesweit sei die Zahl dagegen zwischen Dezember 2014 und Dezember 2015 lediglich um 0,8 Prozent auf 2,576 Millionen zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf Anfrage. Im Dezember 2014 hatten noch 2,598 Millionen vier Jahre und länger sogenannte Hartz-IV-Regelleistungen bezogen.

Die Bundesagentur widersprach damit zugleich einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Montag), in der von einem Rückgang um 7,9 Prozent die Rede war. Die in dem Blatt genannten Daten stammten aus Statistiken, die nach einer Revision vom Vorjahr überholt seien, sagte ein BA-Sprecher. Inzwischen würden in der Statistik beispielsweise auch Jobcenter-Leistungen für Nachhilfe und Vereinsbeiträge für Kinder aus Hartz-IV-Familien, aber auch Kinder ohne Hartz-IV-Bezug erfasst.

Im Osten ging die Zahl der Hartz-IV-Dauerbezieher binnen Jahresfrist dagegen um 3,4 Prozent zurück. Am stärksten fiel der Rückgang mit minus 6,1 in Sachsen aus, wo 51,0 Prozent aller Hartz-IV-Bezieher vier Jahre oder länger auf Geldleistungen ihres Jobcenters angewiesen waren. In Mecklenburg-Vorpommern lag der Rückgang bei 4,9 Prozent; hier beziehen 49,9 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger die Hilfe länger als seit drei Jahren. In Brandenburg lag der Rückgang bei 4,7 Prozent (Anteil der Langzeit-Hartz-IV-Bezieher: 52,3 Prozent.)

Leicht gesunken ist die die Zahl der Langzeitbezieher von Hartz IV in Hamburg (minus 1,7 Prozent) und im Saarland (minus 0,4 Prozent). In den übrigen Bundesländern hat sich dagegen die Zahl kaum verändert. Die Rückgänge im Osten sind nach Erkenntnissen der Bundesagentur vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Langzeitarbeitslose zuletzt in Rente gegangenen sind. Denkbar sei auch, dass manche Betroffenen nach aussichtsloser Jobsuche in den Westen abgewandert sind, sagte ein BA-Sprecher.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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