Hasskommentare
Facebook-Hetze fordert Schulen heraus

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„Ausgewiesene Experten sind oft total ausgebucht“

Laut Kraus werden die Risiken, die mit digitalen Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Twitter verbunden sind, zum Teil im Informatikunterricht angesprochen. In manchen Bundesländern gebe es ab der 6. Klasse das Fach. „Hier wird auch auf die Probleme der Digitalisierung inklusive sozialer Netzwerke eingegangen.“ Viele Schulen machten dazu auch Projekttage und holen sich externe Experten, etwa Spezialisten der Polizei oder von Suchtberatungsstellen. Andere Schulen böten das Thema „Gefahren im Netz“ auch für Elternabende an. „Das Problem ist hier, dass die ausgewiesenen Experten oft total ausgebucht sind“, sagte Kraus.

Die Politik sieht die Situation nicht ganz so gravierend wie sie der Lehrerverbands-Präsident beschreibt. „Die von Herrn Kraus beschriebene Überforderung der Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit Hasskommentaren wundert mich schon ein wenig“, sagte der Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Bildungs-Ausschuss des Bundestages, Stefan Kaufmann (CDU), dem Handelsblatt. „Ich habe andere Erfahrungen machen dürfen und kenne viele, äußerst toughe Lehrerinnen und Lehrer, die durchaus über die erforderlichen Kompetenzen verfügen.“

Im Übrigen sei der Aufschrei des Lehrerverbandes schon etwas überraschend: Als vor sechs Monaten die Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) eine digitale Bildungsoffensive von Bund und Ländern im Umfang von fünf Milliarden Euro gefordert habe, sei es Kraus gewesen, „der lautstark kritisierte, dass es eines solchen Programms nicht bedürfe, sondern das Geld besser für die Sanierung von Schultoiletten verwendet werden soll“, so Kaufmann. „Aber ich freue mich natürlich, dass es hier zu einem Erkenntnisgewinn gekommen zu sein scheint.“

Kaufmann spielt auf den milliardenschweren „DigitalPakt#D“ an. Darüber verhandeln Bund und Länder seit Ende Januar - angesichts der komplexen Materie vermutlich noch über viele Monate.

Hinter der Hashtag-Bezeichnung steckt eine „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ - von der frühkindlichen Bildung über Schule, berufliche Bildung und Hochschule bis zur Weiterbildung. In den rund 40.000 staatlichen Schulen in Deutschland soll es möglichst bald losgehen. Das Mindestziel von Bund und Ländern: Schüler sollen mit dem Computer nicht nur „daddeln“, sondern die Technologie sinnvoll und verantwortungsbewusst einsetzen können.

Die Zuversicht ist auf beiden Seiten ist relativ groß. Es geht zunächst um stattliche fünf Milliarden Euro vom Bund - nach Wankas Angaben bereits angemeldet bei Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), zur Verfügung stehend möglichst bald nach der Bundestagswahl. Damit will Wanka ab 2018 „die Ausstattung der Schulen mit digitaler Infrastruktur unterstützen“ fünf Jahre lang per Anschubfinanzierung unterstützen.

Kommentare zu " Hasskommentare: Facebook-Hetze fordert Schulen heraus"

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  • Der Kampf der Kulturen findet nicht nur auf den Strassen statt sondern erst recht in Schulen. Je nachdem wer ein Bundesland regiert , je nachdem wird Schulpolitik gemacht. Eine Schule muss einer grundsätzlichen Ordnung unterliegen und die muss in allen Bundesländern gleich sein. Das wird gerade in ROT/GRÜN regierten Ländern untergraben . Hier bekommt jeder zweite das Abitur, auf den Fluren wird gebetet und rituelle Waschungen finden in den Waschräumen statt.

    Eine Schule muss ein neutraler Ort sein , wo nur gelernt wird.

    Auch Religionsunterricht gehört nicht dazu , zu gefährlich wenn Kinder von zu Haus
    aus radikalisiert werden und den glauben über alles stellen.

    Hasskommentare gegen Lehrer und Schüler müssen gesichtet werden und die Schuldigen müssen betraft werden .

    meine alte Meinung, dass man Muslimische und Europäische Schüler trennt und in getrennten Schulen unterrichtet, behalte ich bei . Dann können Muslime 5 mal beten sich rituell waschen und können von Imane unterrichtet werden.

    Das würde Ruhe bringen auch was Hasskommentare betrifft.

  • Schauen sie doch mal vom Weltraum auf die Erde und sagen sie mir wie viele Grenzen und Kulturen sie erkennen können. Ich empfehle jedem das Buch HOMO DEUS und dann lassen sie uns mal auf einem wirklich intellektuellen Niveau diskutieren. Alles andere ist billige Polemik um eine andere Gruppe an die Macht zu bringen ohne den Blick auf das ganze zu werfen geschweige das in Betracht ziehen zu wollen.

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