Hauptstadtflughafen

BER soll im Oktober 2020 eröffnet werden

Der neue Hauptstadtflughafen BER soll nach mehreren geplatzten Eröffnungsterminen nun im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Das sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Freitag in Berlin.
Update: 15.12.2017 - 19:20 Uhr 5 Kommentare
Der Chefaufseher des Hauptstadtflughafens glaubt an eine Eröffnung 2020. Quelle: Reuters
Rainer Bretschneider

Der Chefaufseher des Hauptstadtflughafens glaubt an eine Eröffnung 2020.

(Foto: Reuters)

BerlinNach jahrelangen Verzögerungen soll der Berliner Flughafen BER im Oktober 2020 eröffnet werden. Diesem Termin der Geschäftsführung habe der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft einmütig zugestimmt, sagte Chefaufseher Rainer Bretschneider am Freitag.

Anteilseigner sind die Bundesländer Brandenburg und Berlin sowie der Bund. Ob der Termin eingehalten werden kann, ist unklar. Bisher wurden zahlreiche Eröffnungstermine wegen baulicher und aufsichtsrechtlicher Probleme verschoben. Der Termin sei „belastbar und verlässlich“, sagte hingegen der Chef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB), Engelbert Lütke Daldrup, am Freitag. Dies sei eine sachliche Entscheidung in unternehmerischer Verantwortung und kein politischer Termin. „Er wurde auf der Basis von technischen und wirtschaftlichen Erwägungen festgelegt.“

Nachdem jüngst von neuen Problemen beim Terminal die Rede war, betonte die Flughafengesellschaft noch: „Die Inbetriebnahme des BER wird mit allen Gebäuden erfolgen. Die Start- und Landebahnen, 39 Betriebsgebäude und die Seitenpiers des Fluggastterminals sind fertig und bereits überwiegend in Nutzung.“ Dann soll nach Angaben der Geschäftsführung der gesamte Betrieb innerhalb von 14 Tagen vom bisher wichtigsten Berliner Flughafen Tegel zum BER umziehen. Details würden mit den Fluggesellschaften abgestimmt.

Der Flughafen Tegel trägt bislang die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs. Er soll schließen, nachdem der BER in Betrieb gegangen ist. Anwohner-Initiativen reagierten erschrocken auf die Aussicht auf drei weitere Jahre Fluglärm durch den Innenstadt-Flughafen. „Hunderttausende Berliner haben noch länger zu leiden“, teilten sie mit. „An eine Eröffnung des BER und die Schließung des alten Flughafens Tegel glauben wir erst, wenn das erste Flugzeug am BER startet.“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, dass sich der Bund mehr bei dem Projekt einsetzen müsse. Notwendig sei auch ein Bau-Geschäftsführer für den BER und ein Plan B für den Fall, dass das Hauptterminal nicht fertig wird. Die Berliner CDU-Fraktion verlangte wie die FDP noch vor Weihnachten eine Sondersitzung des Hauptausschusses, um Klarheit über die Kosten zu bekommen. Die Deutsche Flugsicherung begrüßte das Votum des Aufsichtsrats, sie brauche bis zu drei Jahre Vorlauf.

Die Entscheidung für den Bau des Großflughafens hatten die Gesellschafter 1996 getroffen. 2003 begannen erste Vorbereitungsarbeiten. Als im September 2006 der erste Spatenstich erfolgte, war von Kosten von knapp 2,5 Milliarden Euro die Rede. Inzwischen werden Beträge von rund 6,6 Milliarden Euro genannt. „Aus der Eröffnung im Oktober 2020 ergibt sich ein zusätzlicher Finanzbedarf“, erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup dazu. Er hatte bislang einen Start 2018 angestrebt. Der Aufsichtsrat werde im März darüber beraten, wie die Fertigstellung finanziert werden kann. Man wolle „alle Möglichkeiten zur Eigen- und Fremdfinanzierung nutzen“, sagte Lütke Daldrup.

Zunächst wurde als Eröffnungstermin der November 2011 ins Auge gefasst. Als nächster Termin wurde der 3. Juni 2012 genannt – doch knapp vier Wochen vorher musste auch dieser kurzfristig abgesagt werden. Dem folgten immer neue Termine. Eines der größten Probleme ist die Brandschutzanlage.

Der neue Flughafen kann auf eine Kapazität von bis zu 45 Millionen Passagiere im Jahr ausgebaut werden. Experten halten das angesichts der erwarteten Fluggastzahlen für unzureichend. 2016 nutzten bereits 33 Millionen Passagiere die bisherigen Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel.

Um Zeit für einen Ausbau des neuen Flughafen zu gewinnen, soll das alte Schönefelder Terminal vorübergehend bleiben. Anwohner wollen das juristisch verhindern. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte am Freitag den Eingang einer entsprechenden Klage. Darin wird nach Angaben des Bürgervereins Berlin-Brandenburg argumentiert, dass der gerichtlich bestätigte Planfeststellungsbeschluss für den neuen Hauptstadtflughafen nicht vorsehe, Schönefeld-Alt offenzuhalten.

  • rtr
  • dpa
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5 Kommentare zu "Hauptstadtflughafen: BER soll im Oktober 2020 eröffnet werden"

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  • "BER soll im Oktober 2020 eröffnet werden"

    Das ist aber auch noch nicht raus, wie man hier:
    http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-23231.html
    (zwischen 10. und 13. Sendeminute) erfahren kann.

    Ich wünsche gute - und hoffentlich auch lehrreiche! - Unterhaltung.

    Zu irgendwas muss das ganze Theater schließlich gut sein. Ist jedenfalls durchaus vorstellbar, dass man sich anderswo darüber schlapplacht.

  • Nicht erwähneswert ist, dass selbstverständlich nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Euros gebraucht werden.

    Man darf gespannt sein, ob so ein Beschluss diese Mal ein Blattschuss wird.

  • Sowas kommt dabei heraus, wenn politische Luschen mit Großprojekten betraut werden. Politiker und Öffentliche Verwaltungen sind sowieso das Kreuz unserer Tage. Man hat somit wieder mal Zeit gewonnen. Danach geht`s in die nächste Verlängerung.

  • Die saemtlichen Verwantwortlichen oder eher Unverantwortlichen im BER-Skandal
    gehoeren in den Knast. Dixit.

  • LOL!!!

    Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Bastarde.

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