Hauptstadtflughafen BER – Projekt der vergebenen Chancen

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„Wir brauchen Professionalität an der Spitze des Aufsichtsrates“
Das sind die besten Flughäfen Deutschlands
Platz zehn: Flughafen Berlin-Tegel
1 von 11

Insgesamt: Punkte 54,6/100, Note ausreichend

Flugangebot: Punkte 12,9/25, Note mangelhaft
Aufenthaltsqualität: Punkte 11,2/25, Note mangelhaft
Prozesse: Punkte 13,4/30, Note mangelhaft
Service: Punkte 17,1/20, Note sehr gut

Platz neun: Flughafen Stuttgart
2 von 11

Insgesamt: Punkte 66,3/100, Note befriedigend

Flugangebot: Punkte 13,5/25, Note ausreichend
Aufenthaltsqualität: Punkte 16,7/25, Note befriedigend
Prozesse: Punkte 19/30, Note befriedigend
Service: Punkte 17,1/20, Note sehr gut

Platz acht: City Airport Bremen
3 von 11

Insgesamt: Punkte 67,3/100, Note befriedigend

Flugangebot: Punkte 8,3/25, Note ungenügend
Aufenthaltsqualität: Punkte 17,1/25, Note befriedigend
Prozesse: Punkte 26,6/30, Note sehr gut
Service: Punkte 15,3/20, Note gut

Platz sieben: Airport Nürnberg
4 von 11

Insgesamt: Punkte 68,7/100, Note befriedigend

Flugangebot: Punkte 10,2/25, Note ungenügend
Aufenthaltsqualität: Punkte 16,4/25, Note befriedigend
Prozesse: Punkte 26,1/30, Note sehr gut
Service: Punkte 16/20, Note gut

Platz sechs: Köln Bonn Airport
5 von 11

Insgesamt: Punkte 69,3/100, Note befriedigend

Flugangebot: Punkte 13,7/25, Note ausreichend
Aufenthaltsqualität: Punkte 20,4/25, Note gut
Prozesse: Punkte 23,2/30, Note gut
Service: Punkte 12/20, Note ausreichend

Platz fünf: Flughafen Hamburg
6 von 11

Insgesamt: Punkte 72,3/100, Note gut

Flugangebot: Punkte 14,2/25, Note ausreichend
Aufenthaltsqualität: Punkte 19,2/25, Note gut
Prozesse: Punkte 20,6/30, Note befriedigend
Service: Punkte 18,3/20, Note sehr gut

Platz vier: Düsseldorf Airport
7 von 11

Insgesamt: Punkte 74,1/100, Note gut

Flugangebot: Punkte 16,7/25, Note befriedigend
Aufenthaltsqualität: Punkte 21,4/25, Note sehr gut
Prozesse: Punkte 21,8/30, Note gut
Service: Punkte 17,3/20, Note sehr gut

„Ginge es allein um die Suche nach der optimalen Luftverkehrslösung, hätte der Vorschlag Charme: Da die Kapazitäten des BER zur Eröffnung schon mehr als ausgereizt sind, bliebe Tegel ergänzend geöffnet“, kommentierte IW-Experte Röhl den Vorstoß. Zumal international keine Hauptstadt von der Größe Berlins nur einen Flughafen habe.

Doch realistisch sei der Weiterbetrieb von Tegel nicht, so Röhl, da die Genehmigung des BER am Standort Schönefeld an der Schließung Tegels hänge. Zudem besitze der BER ausreichend Erweiterungsmöglichkeiten. „Die Politik scheut sich allerdings, jetzt die Planung für einen zweiten Terminalriegel für 20 Millionen Passagiere zu starten, da die Kosten schon für die Fertigstellung des Hauptterminals vollkommen aus dem Ruder gelaufen sind“, stellt der Ökonom fest. Auch für eine dritte Start- und Landebahn, die seiner Einschätzung nach in etwa zehn Jahren benötigt wird, wäre südlich des BER-Standorts Platz. Durch eine solche „Startbahn Süd“, die in dünn besiedelte Regionen Brandenburgs ausgerichtet sei, könne die Fluglärmbelastung dann „drastisch“ reduziert werden, ist Röhl überzeugt.

In der Politik ist die Option, Tegel länger geöffnet zu halten, indessen noch nicht vom Tisch. Der Vize-Vorsitzende der Berliner CDU, Frank Steffel, schloss einen Weiterbetrieb jedenfalls nicht grundsätzlich aus, sofern sich beim neuen Hauptstadtflughafen BER Kapazitätsengpässe abzeichneten.

„Es darf nach dem Planungs-, Finanz- und Eröffnungschaos am BER nicht noch ein Betriebschaos hinzukommen. Ziel muss es sein, eine optimale Anbindung an den internationalen Flugverkehr dauerhaft zu gewährleisten“, sagte Steffel dem Handelsblatt. Daher müsse man auch „Hinweise auf eine mögliche Überlastung ernst nehmen und sorgfältig prüfen, damit nach Inbetriebnahme kein Betriebschaos entsteht“. Hier sei insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Müller in der Pflicht.

Flughafen-Berlin-Kosten.de

Dagegen schloss Steffels Parteifreund, der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel aus. Allein aus rechtlichen Gründen sei es nicht möglich, Tegel offenzuhalten. „Umso wichtiger ist es, dass der BER endlich auf die Erfolgsspur kommt.“ Wegner rief daher den Regierenden Bürgermeister und BER-Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) zu mehr Engagement für das Projekt auf. „Wir müssen schleunigst Verlässlichkeit und Vertrauen in das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region bringen. Anderenfalls werden potenzielle ebenso wie ansässige Investoren unwiederbringlich auf andere Standorte ausweichen“, sagte Wegner dem Handelsblatt. „Deshalb brauchen wir dringend Fachexpertise und Professionalität an der Spitze des Aufsichtsrates.“

Ein „einfaches Weiter so“ dürfe es nicht geben, sagte Wegner weiter. „Es geht nicht nur um viel Geld, sondern längst auch um das Ansehen Berlins.“ Es sei daher „essenziell, jetzt alle Kräfte zu bündeln und sich für einen starken, wirtschaftlich erfolgreichen Flughafen mit ausreichender Kapazität und internationalen Streckenverbindungen einzusetzen“.

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