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08.05.2008 
Pilotvertrag

Hausärzte schließen Direktvertrag mit Krankenkasse

Die AOK Baden-Württemberg hat am Donnerstag mit Ärzteverbänden einen bundesweit einzigartigen Vertrag abgeschlossen, der die Behandlung beim Hausarzt für Kranke spürbar verändern soll.

Hausärzte, die mit der AOK einen Vertrag abschließen, erhalten feste Pauschalen. Foto: dpaLupe

Hausärzte, die mit der AOK einen Vertrag abschließen, erhalten feste Pauschalen. Foto: dpa

HB BERLIN. Höhere Honorare, weniger Bürokratie und mehr Zeit für Patienten: Die AOK Baden-Württemberg will die Behandlung beim Hausarzt für Kranke verbessern.

Ab 1. Juli gilt er zunächst nur für Hausärzte und AOK-Versicherte im Südwesten, die sich freiwillig melden. Die Ärzte hoffen jedoch auf eine Ausweitung auch auf andere Bundesländer. „Der Vertrag steht für eine Zeitenwende“, sagte der stellvertretende AOK-Vorstandschef in Baden-Württemberg, Christopher Hermann.

Die Krankenkasse mit rund 3,7 Millionen Versicherten und rund 42 Prozent Marktanteil in dem Bundesland hatte vor dem Abschluss monatelang mit dem dortigen Hausärzteverband und dem Ärzteverbund Medi verhandelt.

Grundsätzlich neu an dem Vertrag ist, dass er das komplizierte Abrechnungssystem über die Kassenärztlichen Vereinigung mit variablen Punktwerten umgeht. Die Hausärzte, die sich bei der AOK für den Vertrag einschreiben, erhalten ihr Geld direkt von der Krankenkasse und zwar in Pauschalen nach festen Euro-Beträgen.

So gibt es für jeden eingeschriebenen AOK-Patienten in der Praxis 65 Euro Grundvergütung im Jahr. Wenn der Patient zur Behandlung erscheint, bekommt der Arzt noch einmal 40 Euro im Quartal.

Hinzu kommen können Zuschläge, zum Beispiel für besonders sparsame Medikamentenverschreibung. Im Durchschnitt könne ein Hausarzt damit pro AOK-Patient auf 80 Euro im Quartal kommen, sagte Hermann. Derzeit sind es nach Angaben des Hausärzteverbands im KV-System nur 53 Euro.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was die Kritiker einwenden

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