Haushaltsausschuss lädt Bahnchef vor
Neuer Ärger für Mehdorn

Nach der Niederlage im Streit um die Deckenkonstruktion im Berliner Hauptbahnhof kommt auf Hartmut Mehdorn neuer Ärger zu. Der Bahnchef soll sich vor dem Haushaltsausschuss des Bundestag zu den Kosten der verkürzten Dachkonstruktion rechtfertigen. Das geht aus einem Brief des Ausschusses an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hervor, der dem Handelsblatt vorliegt.

BERLIN. Die Haushälter haben einen Katalog von 14 Fragen vorgelegt. Mehdorn soll vor allem Fragen zum Verbleib und den Kosten der nicht verbauten Teile der Glasüberdachung beantworten. Nach Informationen des Handelsblatts sind diese Teile noch nicht bezahlt.

Hintergrund des Briefs ist der Streit um die Länge des Bahnsteigdaches. Statt 450 Meter ist die Glaskonstruktion nur 321 Meter lang geworden, damit einige Monate Bauzeit gespart werden konnten. Der Bahnhof sollte unbedingt zur Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 fertig werden. Die teuer produzierten Teile für das fehlende Dach sind zwar vorhanden, die Strecke indes müsste in der Bauzeit gesperrt werden.

Die Abgeordneten Klaas Hübner (SPD) und Otto Fricke (FDP) haben Bahnchef Mehdorn eine Frist für seine Antwort bis Mitte Januar gesetzt.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros
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