_

Haushaltslasten: Bayern plant massiven Schuldenabbau

Mit einer Milliarde Euro will der bayerische Finanzminister noch im laufenden Jahr die bislang größte Schuldentilgung des Freistaats vornehmen. Auf einen Schlag sollen fünf Prozent der Schulden zurückgezahlt werden.

Bayerns Finanzminister Markus Söder will sich mit Sparpolitik profilieren. Quelle: dpa
Bayerns Finanzminister Markus Söder will sich mit Sparpolitik profilieren. Quelle: dpa

MünchenFinanzminister Markus Söder (CSU) will noch in diesem Jahr bis zu einer Milliarde Euro bayerischer Staatsschulden abbezahlen - viermal mehr als die bisher geplanten 250 Millionen. „Das wäre die größte Schuldentilgung in der Geschichte des Freistaats Bayern“, sagte Söder am Donnerstag bei der Einbringung des Nachtragshaushalts 2012. Er halte eine nachhaltige Erhöhung der Schuldentilgung für seriös und vertretbar. Damit könnte die Staatsregierung auf einen Schlag fast fünf Prozent der knapp 23 Milliarden Euro Schulden im allgemeinen Haushalt tilgen, sagte Söder. „Das wäre ein nachhaltiges und glaubwürdiges Signal.“

Anzeige

Die CSU/FDP-Koalition hatte im November verabredet, 250 Millionen Euro zu sparen. Seitdem sind jedoch mehr als eine Milliarde Euro zusätzliche Steuereinnahmen in die Staatskasse geflossen, wie Söder sagte. Die Forderung nach einem kräftigeren Einstieg in die Schuldentilgung hatte zuerst die FDP erhoben. Der Freistaat ist derzeit mit insgesamt über 32 Milliarden Euro verschuldet, von denen die Staatsregierung allein zehn Milliarden für die Rettung der BayernLB aufnehmen musste. Der Nachtragshaushalt für dieses Jahr sieht Ausgaben von 44 Milliarden Euro vor - 1,1 Milliarde mehr als ursprünglich geplant.

  • 03.02.2012, 12:51 UhrEnergieelite

    Stellen sie sich vor,ihr Nachbar bettelt sie jeden Monat um Gelt an weil er sonst seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann , gleichzeitig aber macht dieser Nachbar Versprechungen die er ohne ihre Hilfe nie einhalten könnte.
    Da sie nun ein gutes Herz haben und auf gut nachbarschaftliche Beziehungen sehr viel wert legen , geben sie ihm was er haben will , dafür müssen sie sich allerdings selber verschulden .
    Nun stellen sie fest , dass ihr Nachbar doch sehr viel besser lebt als sie selber .

    So , oder so ähnlich verhält es sich mit der Frau Kraft in NRW, in Berlin und mit in Bremen .
    Logische folge muss der eigene Schuldenabbau sein ,das die "Nehmerländer " zum Sparen motiviert .
    Recht so !!!

  • 02.02.2012, 16:43 UhrAnonymer Benutzer: miluter

    Für Bayern mag das gut sein , jedoch muss man wissen das unser Geldsystem auf Schulden basiert, d.h. neues Geld kommt nur dann in Umlauf wenn jemand ein Kredit aufnimmt !
    Wenn man Schulden zurückzahlt, vernichtet man genau diese Summe an Geld, welches dann irgendwo in der Wirtschaft fehlt. Das nur zur Erklärung, weil viele denken wenn man ein Kredit aufnimmt wird einem das Geld eines anderen Sparers geliehen, das ist ein Irrglaube. Wenn ich die Bilanz meiner Kreissparkasse anschaue dann hat diese gerademal 3,5% an Bar Geld in der Bilanz der Rest ist nur Girargeld, also rein fiktives Geld, das ist aber kein Gesetzliches Zahlungsmittel. Würden diese 3,5% bar von den Kunden abgehoben müsste die Bank zu machen , Game over !

  • 02.02.2012, 14:23 UhrPisaPisa

    Ja Super Nummer, einfach zu behaupten, dass gleichzeitig neue Schulden aufgebaut werden. Wo, bitte, baut Söder neue Schulden auf?

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.