Haushaltspolitik: Staat entgehen Milliarden durch Dividenden-Tricks

Haushaltspolitik
Staat entgehen Milliarden durch Dividenden-Tricks

Dem Finanzministerium sind durch Aktientricks Steuern in Milliardenhöhe entgangen. Banken und Anleger hätten den Staat durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ um 13 Milliarden Euro gebracht.
  • 38

FrankfurtBanken und Anleger haben den deutschen Staat mit trickreichen Aktiengeschäften eines Zeitungsberichts zufolge um Milliardenbeträge gebracht. Fachleute gingen davon aus, dass dem Fiskus durch das sogenannte „Dividenden-Stripping“ 13 Milliarden Euro allein im Jahr 2008 entgangen seien, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Samstag unter Berufung auf einen Brief des Finanzamtes Wiesbaden II an das hessische Finanzgericht. Nach „konservativen Schätzungen“ gehe es immer noch um einen hohen einstelligen Milliardenbetrag, heiße es in dem Briefwechsel der Finanzverwaltung. Finanzamt wie Finanzgericht waren am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im November hatte die Staatsanwaltschaft die HypoVereinsbank wegen der Dividenden-Tricks durchsuchen lassen. „Es geht um den Verdacht der schweren Steuerhinterziehung“, sagte der Frankfurter Oberstaatsanwalt Günter Wittig damals. Nach Angaben der HVB bezogen sich die Ermittlungen auf Aktientransaktionen in den Jahren 2006 bis 2008.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft hatte gesagt, die HVB sei wohl nicht die letzte Bank, die von Ermittlungen zum „Dividenden-Stripping“ betroffen ist sei. Denn das Verfahren war lange Zeit weit verbreitet und galt als Steuer-Schlupfloch. Mittlerweile ist es durch strengere Gesetze gestopft. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums prüfen Finanzämter derzeit mehrere Fälle, in denen Aktien vor dem Stichtag leer verkauft wurden. Tatsächlich geliefert werden sie erst danach. Dann lassen sich beide Vertragspartner von der Bank bescheinigen, die Kapitalertragssteuer auf die Erlöse bezahlt zu haben – doch an den Fiskus abgeführt wurde sie nur einmal.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Haushaltspolitik: Staat entgehen Milliarden durch Dividenden-Tricks"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn ich Sie recht verstehe, dann sehen Sie keinen Unterschied zwischen den beiden Lagern.

    Je mehr ich darüber nachdenke, gebe ich Ihnen recht.

  • .... Bei anderen „Blättern“ habe ich feststellen müssen, das dort neuerdings eine ausgeklügelte Software mitläuft, die eine bestimmt Tätergruppe, oder auch brisante Anklagepunkte über mehrere Zeilen sogar Absätze hinweg verfolgen und löschen kann.
    "Blätter" die im allgemeinen Aufklärung des Lesers zulassen und darin mir langsam immer suspekter erscheinen.

    Ich will meinen, die Überwachung und Kontrolle hat das erträgliche Maß längst überschritten.

    Worin diese immer restriktiveren Maßnahmen diesen EUR-EU Molochs dem Diktat der Politmuppets mit ihrer Immunität von den Marionettenspieler in Übersee bespielt,
    sich austobend verdeutlicht haben - den Polizeistaat zu ihrer Sicherheit? -

    und diesen Engländern,
    wie es heißt,
    ---deutsche-wirtschafts-nachrichten.de
    von einer Zinslast in Zypern ausgenommen werden sollen mit deren Milliarden-Konten!
    Wer soll denn noch von den Lasten des Zyprischen Volkes ausgenommen/befreit werden?
    und mit welcher Begründung?

    In Italien sind Barzahlungen über 1.000EUR nicht gestattet, sind aber noch Auszahlungen privater Gelder über 1.000 EUR möglich?
    In absehbarer Zukunft wird man dem ganz Sicher einen Riegel vor schieben, „wegen der Terroristen“ Barauszahlungen nur noch bis 1.000 EUR pro Tag ?

  • Daß das mit Schäuble den Steuerhinterziehunsförderer passiert ist nicht verwunderlich

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%