Hebesätze
Gewerbesteuersätze leicht gesunken

Im vergangenen Jahr sind die Gewerbesteuersätze der Städte und Gemeinden in Deutschland geringfügig gesunken. Beim Steueraufkommen verzeichneten einige Bundesländer indes zweistellige prozentuale Zuwächse.

WIESBADEN. Der Durchschnittswert lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch mit 388 Prozent um einen Punkt unter dem Vorjahreswert. Am niedrigsten waren die Sätze in Brandenburg mit 319 Prozent, den Höchstwert unter den Bundesländern markierte Hamburg mit 470 Punkten. Das Aufkommen der von den Kommunen erhobenen Steuer stieg bundesweit um 2,4 Prozent auf 41,1 Milliarden Euro, wie das Amt berichtete. Zweistellige prozentuale Zuwächse gegenüber dem Vorjahr wurden in den Ländern Bremen mit plus 26 Prozent, Thüringen mit plus 15,1 Prozent und Sachsen mit plus 12,2 Prozent erzielt.

Mit Hilfe des von den Kommunen festgelegten Hebesatzes wird die Höhe der von den Betrieben zu zahlenden Gewerbesteuer ermittelt. Als Berechnungsbasis dient der vom Finanzamt ermittelte Steuermessbetrag, der dann multipliziert wird. Attraktive Standorte wie zum Beispiel prosperierende Großstädte haben in der Regel einen relativ hohen Hebesatz. Strukturschwächere Gemeinden versuchen, mit niedrigen Sätzen Investoren anzulocken. Die Gewerbesteuer ist aber nur einer von vielen Faktoren bei Standortentscheidungen.

Im vergangenen Jahr ergaben sich unterschiedliche Tendenzen in den Bundesländern: Während im prosperierenden Bayern der Durchschnittssatz um fünf Punkte sank, erhöhten die Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern ihren Durchschnittswert um 14 Punkte. Sie blieben mit 339 Prozent aber immer noch günstiger als jedes westdeutsche Bundesland. Die Kommune mit dem höchsten Satz von 900 Prozent war erneut Dierfeld in Rheinland-Pfalz. Teuerste Großstadtpflaster waren München und Bottrop mit 490 Prozent vor Gelsenkirchen mit 480 Prozent.

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