Hebesätze
Städte kassieren höhere Steuern

Die Kommunen können einen Teil der Steuern selbst festsetzen. Viele Städte und Gemeinden langen kräftig zu, so steigen etwa die Hebesätze für Wirtschaftsunternehmen. Wo es Unterschiede von mehr als das Doppelte gibt.
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Düsseldorf
Zwei Drittel ihres Steueraufkommens können die Kommunen können selbst bestimmen. Denn bei der Ausgestaltung der Hebesätze ihrer Gemeindesteuern hat jede der 11.292 deutschen Kommunen freie Hand. Selbst wenn das Steuerrecht unverändert bleibt, können die Belastungen von Bürger und Wirtschaft mit Gewerbe- und Grundsteuer also steigen.

Und davon machten die Kommunen zuletzt regen Gebrauch. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts stieg der nach Aufkommen gewichtete durchschnittliche Gewerbesteuer-Hebesatz 2011 um zwei Prozentpunkte auf nunmehr 392 Prozent. Dies entspricht einer Steuererhöhung um etwa 0,5 Prozent. Insgesamt betrug das Gewerbesteueraufkommen 2011 gut 40,4 Milliarden Euro - 13,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Sechstel davon müssen an Bund und Länder weitergereicht werden. Noch deutlich stärker zogen die Sätze für die Grundsteuern an.

Bei der Durchschnittsbetrachtung bleibt naturgemäß die Entwicklung im Kleinen außen vor. Gleichwohl divergieren die tatsächlichen Belastungen vor Ort stark. So reicht die Spanne der Gewerbesteuer-Hebesätze von 200 bis 900 Prozent - allerdings wird der Höchstsatz nur von das Eifel-Dorf Dierfeld verlangt und dort wohnen lediglich acht Menschen. Den Mindestsatz von 200 Prozent fordern bundesweit 26 meist kleine Gemeinden.

Auch in Städten ab 50.000 Einwohnern ist die Spanne beträchtlich: Während München sowie sechs Ruhrgebietsstädte ihren Betrieben 490 Hebesatz auferlegen, verlangen am unteren Ende Bad Homburg, Friedrichshafen, Frankfurt/O. und Lingen nur 350 Prozent.

Ein regionaler Vergleich der Hebesätze zeigt, dass unter den Flächenländern die Belastung der Betriebe mit Gewerbesteuer in NRW mit 442 Prozent am höchsten ist, während sie in Brandenburg mit im Schnitt 324 Prozent am geringsten ist. Den kräftigsten Schluck aus der Pulle genehmigten sich Thüringens Gemeinden: Hier stieg der Hebesatz im Schnitt um 18 Punkte; dagegen gaben sich Hessens Kommunen mit sieben Punkten weniger zufrieden.

Kommentare zu " Hebesätze: Städte kassieren höhere Steuern"

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  • @ jose-hirsenkoetter,
    genau; "Wahnsinn" scheint eine Voraussetzung zu sein für Positionen die offensichtlich keinerlei Ansprüche an Befähigungen stellt - solange der Bürger zahlt.
    Mit solch "Wahnsinnigen" kann sich die freie Wirtschaft nicht belasten und wenn sind es lediglich die oberen Etagen.

  • Hagen Westfalen ist solch ein Parade-Fall:
    von der Deutschen Bank mit CDS aufs Kreuz gelegt! Dier verantwortliche Person- examinierte Juristin- wurde exkulpiert, da sie das Keingedruckte ( RISIKEN) nicht verstanden hatte !?!?!
    Geschaeftstuechtigen ausseroertlichen Anwaelten fandenin der Stadtverwaltung auchnoch eine Goldgrube, denn die oertlichen Anwaelte wurden offensichtlich so blede eingeschaetzt wie die Kaemmerin ( Partei-Quote!) !

    Dort werden nun extrem Hebesaetze abverlangt und fuer mehr als 65 Mio Euro eine 1.2 km lange Bahnhofsumgehung gebaut, zur Entlastung des innoeroertlichen Verkehrs, die aber nur einspurig ausgelegt ist! Da die neue Strasse nur max 250 m entfernt ist der parallel verlaufenden inneroertlichen Bundesstrasse B7, wird die Feinstaubbelastung / Smog Belastung garantiert nur minimal reduziert werden...WAHNSINN!
    Daher ueberlegen mehrere Unternehmen ( Netto-Gewerbezahler), Ihren Firmensitz sogar ins Ausland zu verlegen. Aber gut getarnte Bliztkaesten, sollen nun die Rettung bringen...! Toll...was dort aus diesem Rathaus kommt!

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