Heiligendamm
Gipfel-Kosten sind höher als geplant

Kilometer lange Stahlzäune, Kameras und Bewegungsmelder, Einsätze von Polizei und Bundeswehr: 92 Mill. Euro haben Bundesregierung und Mecklenburg-Vorpommern für die Sicherung des G8-Gipfels in Heiligendamm veranschlagt. Doch die Kosten könnten deutlich über den bisherigen Planzahlen liegen.

BERLIN. In internen Kalkulationen gehen Bundesregierung und die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern davon aus, dass die Kosten bis zu 120 Mill. Euro betragen könnten, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Als Grund werden mögliche Zusatzausgaben für den Polizeieinsatz rund um das Tagungshotel in Heiligendamm genannt. Offiziell halten die Bundesregierung und Mecklenburg-Vorpommern am ursprünglichen Kostenrahmen von 92 Mill. Euro fest.

Die hohen Sicherheitskosten werden vor allem durch den rund zwölf Kilometer langen Zaun sowie die Einsätze von Polizei und Bundeswehr verursacht. In einer Verwaltungsvereinbarung hatte sich die Bundesregierung bereit erklärt, von den Gesamtkosten gut 22 Mill. Euro zu übernehmen. Nach Informationen des Handelsblatts aus dem Bundesfinanzministerium wird der Bund im Fall höherer Sicherheitskosten seinen Anteil aufstocken. Auch im Umfeld von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (SPD) hieß es, dass sich für das Land keine Nachteile ergeben werden.

Im Zentrum des Sicherheitskonzepts der Bundesregierung steht der etwa zwölf Kilometer lange Stahlzaun, der um die Hotelanlage in Heiligendamm gezogen wurde. Der Zaun ist 2,50 Meter hoch und zusätzlich durch einen 50 Zentimeter in die Tiefe reichenden Unterkriechschutz sowie Stacheldraht gesichert. Hinzu kommen Kameras und Bewegungsmelder. Die Kosten für den Zaun, der von einer Firma aus Mecklenburg-Vorpommern aufgestellt wurde, liegen bei gut zwölf Mill. Euro. Ministerpräsident Ringstorff ist zuversichtlich, dass „das Sperrwerk“ nach dem Gipfeltreffen weiterverkauft werden kann. Interessenten seien demnach ein Flughafen, Zoos und eine Landesgartenschau.

Zum Schutz der Anlage und der dahinter versammelten Staats- und Regierungschefs bieten Bund und Länder insgesamt 16 000 Polizisten auf. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg, sprach jüngst vom „größten Polizeieinsatz aller Zeiten“.

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