Heinz Buschkowsky
„Unterschicht versäuft das Betreuungsgeld“

Scharfe Kritik für das von Schwarz-Gelb geplante Kinderbetreuungsgeld: Die 150-Euro-Prämie konserviere die Unterschicht, kritisiert Heinz Buschkowsky. Im Interview erläutert der SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, wo das Geld sinnvoller angelegt wäre.
  • 3

Herr Buschkowsky, was haben Sie gedacht, als Sie vom geplanten Betreuungsgeld erfuhren?

Heinz Buschkowsky: Dass es offensichtlich immer noch Menschen gibt, die gar nichts begriffen haben. Wenn man Bildungsferne der Eltern und Chancenlosigkeit von Kindern manifestieren und weiter ausbauen will, ist das zweifellos der beste Weg.

Warum?

Weil das Leben von sozialen Transferleistungen für die sogenannten bildungsfernen Schichten komfortabler wird. Kinder werden noch mehr zu einem Einkommensfaktor. Mit anderen Worten: Schwarz-Gelb konserviert die Unterschicht und verschärft zugleich das Jugendstrafrecht. Das ist gesellschaftspolitischer Zynismus pur.

Das hört sich sehr frustriert an.

Ich bin, gelinde gesagt, fassungslos. Prämien, damit Kinder im Milieu bleiben anstatt integriert zu werden? Das ist doch völlig rückwärts gewandt. Das Vorhaben ignoriert die Erfolge fast aller OECD-Staaten und sämtliche wissenschaftliche Studien. Unter Fachleuten herrscht Einigkeit darüber, dass wir in die Kinder investieren müssen und nicht in die Eltern. Das trampelt die neue Koalition jetzt alles mit Brachialgewalt nieder.

Was befürchten Sie denn konkret?

Dass das Betreuungsgeld eben nicht zur Förderung und Bildung der Kinder ausgegeben wird. Im Klartext: In der deutschen Unterschicht wird es versoffen und in der migrantischen Unterschicht kommt die Oma aus der Heimat zum Erziehen, wenn überhaupt.

Die Oma muss ja nicht per se schlecht für die Kinder sein.

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  • @ Was guckst du (2)

    „Das Asozialste in Deutschland ist das Sozialsystem.“

    Es ist nicht asozial, sondern unsozial, deshalb, wie es Menschen dazu bringt sich von einem Teil der Gesellschaft aushalten zu lassen. Sie nehmen somit nicht an der Gesellschaft teil, weil sie sich, aufgrund der Transferleistungen, nicht auf den Weg machen diesen bereich zu verlassen.

    „Alki an der Flasche und der Prolet hängt in der Talkshow und der dumme deutsche schaut RTL..“

    Sie scheinen sich in diesem Genre gut auszukennen.

    „Und deswegen gibbet Ghettos in berlin“

    Nur in berlin?

    „Omi wird also nicht die deutschen Gehtto-Kinder betreuen dürfen, um zu helfen, denn sie kann ja kein deutsch...blabla“

    Wie wichtig Sprachkompetenz ist und wie mangelhaft sie in weiten Teilen der Gesellschaft, der der deutschen und der, besonders orientalischer Zuwanderergruppen ist, können Sie am zweiten Schultag in einer Grundschulklasse beobachten. Viele der eingeschulten deutschen Kinder sprechen schlechtes Deutsch, haben keinen nennenswerten Wortschatz, können Dinge etc. nicht benennen. Für viele Zuwandererkinder aus dem von buschkowsky angesprochenen bereich, kommen noch keine bis mangelhafte Deutschkenntnisse hinzu. ihnen gemeinsam ist, sie verstehen die Anweisungen und Erklärungen ihrer Lehrer nicht und behindern die die diese Probleme nicht haben, weil sich ihre Eltern in diesem Sinne um sie kümmern. Grund bei den Deutschen, sie sehen u.a. die von ihnen angeführten Sendungen, lesen selten bis nie, nicht einmal eine Tageszeitung. Grund bei vielen orientalischen Zuwanderern: Sie sehen und hören ausschließlich Programme aus der „Heimat“, lesen, wenn überhaupt, Zeitungen in der Sprache ihrer Sozialisation. Dies gilt es zu durchbrechen. buschkowsky, als bürgermeister eines Problemstadtteils, hat dies erkannt und schon vor längerer Zeit begonnen, diese festgefahrenen Strukturen zu durchbrechen. Der berliner Senat ist ihm dabei nicht hilfreich, im Gegenteil, für den ist alles in Ordnung. Aus Teilen der Zuwanderer schlägt ihm Widerstand entgegen, denn sie müßten ihre Clanstrukturen verlassen, sich entscheiden wo sie leben wollen und dann auch ankommen. Und die Deutschen müßten von ihrem Sofa herunterkommen. Wird das derzeitige System auch noch durch ein betreuungsgeld aufgewertet, findet ein Durchbruch nicht statt, sondern verfestigt die Strukturen. Ob das Geld nun „versoffen“ wird oder zu den Verwandten in den orientalischen Raum transferiert wird spielt dabei keine Rolle, weil es auf jeden Fall nicht für die bildung der Kinder verwendet wird.

    „.......dass eine nicht deutsch sprechende Omi dafür sorgen würde, dass Kinder kein deutsch lernen, weil ihre Omi kein deutsch kann......“

    Das trifft nicht nur für die Omi zu, sondern auch für Mama und Papa, Onkel, Tanten etc.

    „Das aber der Schmarotzer hauptsächlich oben sitzt, ......“

    Eben nicht, denn daß Geld, was in Transferleistungen fließt, muß erarbeitet werden.

    „...weil die meisten der bevölkerung zuiviel RTL schauen,.....“

    Das scheint bei ihnen der Fall zu sein.

    „.......oder mit ihrer Karriere beschäftigt sind.“

    Was grundsätzlich nicht falsch ist, wenn sich ein Mensch im beruf fortbildet.

    „Multikulti ist gescheitert, denn Oberschicht und Unterschicht leben fortan in zwei Welten.“

    in diesem Zusammenhang von Multikulti zu sprechen, verbietet sich von selbst, Sie vermischen hier mehrere Problembereiche. Grundsätzlich stimme ich ihnen zu, Multikulti ist gescheitert, überall auf der Welt.

  • "Das Asozialste in Deutschland ist das Sozialsystem. " Und deswegen hängt der Alki an der Flasche und der Prolet hängt in der Talkshow und der dumme deutsche schaut RTL. Und deswegen gibbet Ghettos in berlin. Und weil die Omi, die kein deutsch kann, als Supernanny nicht in Frage kommt, wird sie auch nie im deutschen bildungsfnahen Deppensender RTL auftreten um die deutsche Unterschicht zu unterstützen...:-) Die polnische? Omi wird also nicht die deutschen Gehtto-Kinder betreuen dürfen, um zu helfen, denn sie kann ja kein deutsch...blabla
    Und weil der Herr buschowsky ja so ein schlauer Mensch ist, wird er demnächst bestimmt auch bei " Wer wird Millionär" auflaufen und es allen zeigen, wie man vom Kellerkind zum Millionär wird und dann gibt es nicht nur eine Super-Nanny im deutschen bildungsnahen Deppensender RTL- die sich übrigens auf Kosten der deutschen Unterschicht einen Namen machte, sondern einen Super-Schlauen bürgermeister, der nie an der Flasche hängen wird, weil er zu Geld kam. Das deutsche Volk muß nämlich wissen, dass es nur Alkoholiker in der Unterschicht gibt und dass nur die Unterschicht ihren Kindern die bildung verweigert. Die Oberschicht macht das anders. Die lassen sich vom Volk finanzieren und stecken ihre Kinder dann in gute internate, oder besorgen sich Fremderzieher...So kann man dann ganz entspannt der Unterschicht mit unqualifizierten Gequatsche einreden, dass eine nicht deutsch sprechende Omi dafür sorgen würde, dass Kinder kein deutsch lernen, weil ihre Omi kein deutsch kann und dem Rest der bevölkerung suggeriren, dass die Unterschicht das Problem des Systemes ist.

    Ach übrigens, die Alkoholiker in der Oberschicht nennt man Weinkenner.

    Das aber der Schmarotzer hauptsächlich oben sitzt, darauf kann zur Zeit keiner kommen, weil die meisten der bevölkerung zuiviel RTL schauen, oder mit ihrer Karriere beschäftigt sind


    Multikulti ist gescheitert, denn Oberschicht und Unterschicht leben fortan in zwei Welten. Das liegt daran, weil die Oberschicht einen Sündenbock für eine Krise braucht und die Oberschicht sich über das beschwert, was sie selber verschuldet hat...



  • Und die Oberschicht leidet an Realitätsverlust.

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