Heizen mit Hüftspeck
Altmaier weiß, wie man richtig spart

Den ein oder anderen flapsigen Spruch in Bezug auf seine Figur ist man von Peter Altmaier ja schon gewohnt. Nun hat der Bundesumweltminister sogar Vorteile in seinem Gewicht entdeckt – und die sparen bares Geld.
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BerlinZu Beginn seiner Amtszeit hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) noch gedacht, er müsse eigentlich mal etwas abnehmen. Inzwischen sieht der Saarländer (54 Jahre/rund 140 Kilo) aber auch Vorteile in seinem Gewicht. So kann er positive Beispiele für ressourcen- und energiesparendes Verhalten liefern.

„Mit meiner Figur kann ich im Winter die Heizung problemlos drei Grad niedriger stellen“, sagte er am Dienstag bei einer Konferenz in Berlin. Mit seinem natürlichen Polster könne er auch länger ohne Nahrungsaufnahme auskommen. „Ich bin ein lebendes Beispiel für Nachhaltigkeit“, meinte Altmaier, der seit 22. Mai Nachfolger von Norbert Röttgen (CDU) ist.

Zusammen mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete Altmaier die zweitägige Konferenz zu den Chancen einer „Green Economy“ in Berlin. Beide Politker sehen gute Chancen für ein „grünes Wirtschaftswunder“ in Deutschland. „Wir müssen das Wachstum vom Ressourcenverbrauch abkoppeln“, sagte Schavan am Dienstag.

Altmaier betonte, bei Umwelttechnologien habe Deutschland bereits einen Marktanteil von rund 15 Prozent - auch die Energiewende könne Treiber einer solchen Entwicklung werden. Angesichts eines Anstiegs der Weltbevölkerung auf bald acht Milliarden Menschen müsse man sich trotz Schuldenkrise weltweit stärker mit dem Thema eines grüneren Wirtschaftens befassen. Deutschland habe frühzeitig erkannt, welche Folgen ein Wirtschaften auf Kosten der Umwelt habe und müsse diesen Weg konsequent weiterbeschreiten. „Der Himmel über der Ruhr ist wieder blau und in der Saar kann man wieder baden“, so Altmaier.

In der Umweltbranche arbeiten bereits zwei Millionen Menschen. Die Konferenz soll den Weg bereiten für ein großes Forschungsprogramm, wie grünes Wirtschaften und mehr Klima- und Ressourcenschutz weiter verstärkt werden können - bis hin zu einem neuen Wachstumsmotor.

„Ein ökologisches Wirtschaftswunder geht nur unter den Bedingungen der Marktwirtschaft“, betonte Schavan. Als Vorbild nannte sie das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg. Dies habe es gegeben, weil es damals die richtige Mischung aus Wachstum und sozialer Verantwortung gegeben habe. „Die Verliebtheit in die Gegenwart ist der denkbar schlechteste Ratgeber“, sagte Schavan. Wörter wie Nachhaltigkeit dürften keine leere Hülle bleiben.

Altmaier verwies auf die Vorreiterrolle, die Deutschland bereits einnehme. So würde der Import von Rohstoffen dank der Ausweitung des Recyclings gemindert und der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix werde in diesem Jahr wahrscheinlich bereits 25 Prozent betragen. Mit weniger Rohstoffen, weniger Schadstoffausstoß und weniger Energie würden heute die gleichen Erträge wie vor zehn Jahren erwirtschaftet. Der angebliche Gegensatz zwischen Ökonomie und Ökologie sei längst überholt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zitat:
    „Ein ökologisches Wirtschaftswunder geht nur unter den Bedingungen der Marktwirtschaft“, betonte Schavan. Als Vorbild nannte sie das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Realität:
    Bis 1998 galten im Wesentlichen die Inhalte des Energiewirtschaftsgesetz von 1935. Man wollte mit Gebietsmonopolen die „volkswirtschaftlich schädigende Auswirkungen des Wettbewerbs“ verhindern.
    Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen von 1957 enthielt mit den Demarkationsverträgen Ausnahmen für Energieversorgungsunternehmen.
    Politiker sorgten dafür, dass die Inhalte des Energiewirtschaftsgesetz aus der NS-Zeit galten somit weiter.

    Sind das die angesprochenen „Bedingungen der Marktwirtschaft“?

  • Altmaier ist ein Lobbyist der Monopolindustrie.

  • Die passende Antwort auf so einen Satz: Kennen Sie die Hungersnot in Indien? Nein? So wie Sie aussehen könnten Sie glatt der Grund sein...

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