Hendricks neue Bauernregeln „Tiefpunkt in der agrarpolitischen Diskussion“

Die politisch motivierten Bauernregeln der Umweltministerin Barbara Hendricks haben viele Kritiker auf den Plan gerufen. Sie sprechen von einer „inhaltlichen Bankrotterklärung“ und einem „Tiefpunkt in der Diskussion“.
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Die politisch motivierten Bauernregeln der Umweltministerin rufen viele Kritiker auf den Plan. Quelle: dpa
Barbara Hendricks

Die politisch motivierten Bauernregeln der Umweltministerin rufen viele Kritiker auf den Plan.

(Foto: dpa)

BerlinFür eine Serie von politisch motivierten Bauernregeln bekommt Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) heftigen Gegenwind. Der Bauernverband sprach am Freitag von einer „inhaltlichen Bankrotterklärung“, eine Sprecherin von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) äußerte sich „sehr verwundert“ über die Kampagne.

Tags zuvor hatte das Bundesumweltministerium elf „neue Bauernregeln“ veröffentlich, die auch in 70 deutschen Städten plakatiert werden sollen. Unter anderem wird gereimt: „Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt.“ Und: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein.“

Die größten Agrarbetriebe der Welt
Holsteiner Rinder für Katar
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Holsteiner Rinder für Katar: Der blockierte Wüstenstaat will seine Milchversorgung sichern und die Zahl der Kühe im Land von 4000 auf schrittweise 25.000 Tiere erhöhen. Eine immer noch überschaubare Zahl, wenn man sie mit den großen Agrarbetrieben der Welt vergleicht. Eine Übersicht.

Quelle: agrarheute.com

Al Safi Dairy in Saudi Arabien
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37.000 Holstein-Rinder und 700.000 Liter Milch pro Tag: Das Unternehmen, dass 1979 durch Prinz Mohammed Bin Abdullah Al Faisal gegründet wurde, schaffte es im Jahr 1998 als der größte vollstufige Milchviehbetrieb der Welt ins Guinness Buch der Rekorde. 2011 ging Al Safi ein Joint Venture mit dem französischen Lebensmittelkonzern Danone ein. Diese Partnerschaft sicherte dem Unternehmen einen Anteil von 36 Prozent am saudi-arabischen Milchmarkt.

Ekoniva in Russland
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Russlands größter Bauer kommt aus Deutschland: Der im Odenwald aufgewachsene Stefan Dürr hat es in Russland zum größten Milchproduzenten gebracht. Dürrs Imperium Ekoniva, aufgebaut durch die Übernahme zahlreicher insolventer Agrargenossenschaften, bewirtschaftet mittlerweile fast 2000 Quadratkilometer Land. Mehr als 28.000 Milchkühe produzieren 650.000 Liter Milch täglich, insgesamt hält der Betrieb über 60.000 Rinder. 3.850 Mitarbeiter erwirtschafteten 2015 an sechs Standorten in Russland eine Betriebsleistung von 145 Millionen und ein EBIT von 40 Millionen Euro. Dabei geht das Unternehmen rustikal gegen landestypische Unsitten vor – wer mit Alkohol erwischt wird, fliegt raus.

APH Hinsdorf
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Einer der größten Agrarbetriebe Deutschlands mit insgesamt 10.800 Hektar bewirtschafteter Ackerfläche ist die APH Hinsdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Die Genossenschaft produziert im Jahr circa 20.000 Tonnen Weizen und ist Partner von BASF.

KTG Agrar in Deutschland
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Mehr als 800 Mitarbeiter, Landwirtschaft auf über 46.000 Hektar Land: Die KTG Agrar des Bayern Siegfried Hofreiter war bis zum Sommer 2016 der größte Agrarkonzern Europas, mit 46.000 Hektar Ackerland in Deutschland und Litauen. Dann konnte das börsennotierte Unternehmen die Zinsen für eine Anleihe nicht rechtzeitig zahlen, nach der geplatzten Zwischenfinanzierung eines Grundstücksverkaufs folgte die Insolvenz. 10.000 Investoren hatten zwei Anleihen über insgesamt nominal 342 Millionen Euro gezeichnet. Die Gesamtschulden von KTG liegen bei 600 Millionen Euro.

National Trust in Großbritannien
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Größter Landbesitzer in England, Wales und Nordirland ist der National Trust, Präsident einer der größten Organisationen in Großbritannien ist Prinz Charles (Foto). Dem Trust gehören mehr als 250.000 Hektar Land und knapp 1200 Kilometer Küstenlinie. Das Geschäftsmodell: Zahlreiche britische Adlige vermachten ihre Herrenhäuser und Ländereien der Stiftung. 185.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen sind verpachtet, die verbliebenen 15.000 Hektar – zumeist Weideflächen – werden mit eigenem Personal gemanagt.

Mudanjiang in China
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Der Milchviehbetrieb im Nordosten Chinas befindet sich noch im Bau, soll am Ende aber 100.000 Milchkühe versorgen. Das Futter für die Tiere soll auf etwa 100.000 Hektar Land in China sowie Russland angebaut werden. Der Betrieb soll noch auf 200.000 Hektar erweitert werden. Damit wird er zum größten Milchviehbetrieb der Welt.

Nach Ansicht des Bauernverbands kann das Umweltministerium nicht mehr ernst genommen werden. Generalsekretär Bernhard Krüsken bezeichnete es als „Tiefpunkt in der agrarpolitischen Diskussion, wenn ein Ministerium glaubt, mit Schüttelreimen Politik und öffentliche Debatten vorantreiben zu können“. Auch das Bundesagrarministerium mahnte eine Versachlichung an. Die Nahrungsmittelproduktion habe eine differenzierte Betrachtung verdient.

Das Umweltministerium wies die Kritik zurück. „Uns geht es nicht darum, einen Berufsstand zu diffamieren“, versicherte ein Sprecher. Man wolle lediglich im Rahmen einer gesellschaftlichen Debatte „auf spielerische und humorvolle Art“ auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

  • dpa
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