Herbe Kritik am SPD-Bundesvorstand
NRW-Genossen trauern ihrem „Münte“ nach

Die Wehmut wächst. Zwei Tage nach dem überraschenden Rückzug Franz Münteferings von der SPD-Parteispitze können es viele Genossen bei den nordrhein-westfälischen Sozialdemokraten immer noch nicht fassen.

HB DÜSSELDORF. „Es gibt keinen anderen in unserer Partei, der die SPD so sehr verkörpert wie Franz Müntefering“, sagt Silke Remoirz, Vorsitzende der SPD-Frauen in der roten Ruhrgebietsstadt Herne. Remoirz will sich nicht damit abfinden, dass die „Integrationsfigur“ Müntefering den Parteivorsitz niederlegt. „Das ist Andrea Nahles nicht wert. Kämpfe Franz! Tu es für uns!“, fleht die Herner SPD-Aktivistin auf der Internetseite „Wir wollen Franz!“

In dem größten SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen, der politischen Heimat des Sauerländers Müntefering, lassen Genossen Dampf ab. In E-Mails oder per Fax an die Düsseldorfer Parteizentrale weinen sie dem bisherigen SPD-Parteichef mehr als eine Träne nach. „Die Lücke, die Franz hinterlässt, ist gewaltig“, postet ein „Benno“ im Internetblog der NRW-SPD. Der designierte SPD-Parteichef Matthias Platzeck sei „nicht gerade der große Reißer“. Zwar verkörpere Platzeck „Zukunftsperspektive“, urteilt der Internetbloger, aber dem in Westdeutschland weitgehend unbekannten Genossen aus dem Osten fehle es „an Rückhalt in der Partei.“

Doch viel mehr als die Nominierung Platzecks zum elften Parteivorsitzenden in der SPD-Nachkriegsgeschichte beschäftigt die Genossen an Rhein und Ruhr der Abgang Münteferings. „Wer hat den Hühnerhaufen SPD dem Wahlbürger als geschlossen vermittelt?“ fragt Georg Woyciechowski und gibt selbst die Antwort: „Münte!“

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