Herbstpressekonferenz der Deutschen Bauindustrie
Keitels Eiertanz um die Maut

Als Vertreter der Deutschen Bauindustrie gehört Hans-Peter Keitel zu den Fans der Maut. Auf der Herbstpressekonferenz des Verbandes wollte er als Präsident eigentlich über die Lage der Bauwirtschaft sprechen. Stattdessen musste er sich Fragen zur Autobahngebühr für LKWs und PKWs stellen. Ein Balance-Akt für den künftigen Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

BERLIN. Es war klar, dass jemand diese Frage stellen würde: Ob er sich nicht künftig gegen die Einführung einer PKW-Maut werde aussprechen müssen, will ein Journalist von Hans-Peter Keitel wissen. Keitel windet sich. Er windet sich geschickt. Am Ende gelingt ihm eine Antwort, die seiner bisherigen und seiner künftigen Rolle irgendwie gerecht wird. Bei der Frage nach der Erhöhung der LKW-Maut dagegen macht er keine Kompromisse.

Es ist die Herbstpressekonferenz des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, dessen Präsident Keitel seit 2005 ist. Es geht um die Zahlen der Branche, um Umsatzerwartungen und die konjunkturelle Entwicklung. Und es geht um Keitel, der zum Jahreswechsel vom Posten des Präsidenten des Bauindustrie-Verbandes an die Spitze des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) wechseln soll. Erstmals seit seiner Nominierung für die Nachfolge von BDI-Präsident Jürgen Thumann stellt sich Keitel am Dienstag in Berlin der Presse – und bemüht sich sehr darum, der Präsident des Verbandes der Bauindustrie zu sein und zugleich in die Rolle des künftigen BDI-Chefs zu schlüpfen.

Als Vertreter der Bauindustrie gehört er zu den Fans der Maut. Seine Branche erhofft sich von höheren Mauteinnahmen höhere Investitionen in den Erhalt und Ausbau des Fernstraßennetzes. Erst Anfang August hatte sein Verband Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) unterstützt, der seit Monaten darum kämpft, die LKW-Maut zu erhöhen. Doch der Verband ging seinerzeit noch weiter. Man müsse „ohne Schaum vor dem Mund auch über die Erweiterung der Maut auf kleine LKW und PKW diskutieren“, hieß es seinerzeit.

Damals wusste Keitel offensichtlich noch nichts von der ihm zugedachten Rolle des BDI-Präsidenten. Denn der BDI vertritt bei der Maut eine andere Position als die Bauindustrie. Der Spitzenverband will – wie die gesamte Speditionsbranche und die Mehrheit der Bundesländer – die Erhöhung der LKW-Maut verschieben. Und von einer Maut für alle PKW will der BDI gar nichts wissen.

Bei der Erhöhung der LKW-Maut ist Keitel noch ganz der Mann vom Bau. Er appelliere an die Länder, den Weg für die Erhöhung frei zu machen, sagt Keitel. Das Veto der Länder sei „völlig unverständlich“.

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