Hermann Scheer
Prominenter SPD-Vordenker gestorben

Im derzeitigen Konflikt um Stuttgart 21 war der SPD-Abgeordnete vor kurzem noch bei einer Demonstration gegen das Milliarden-Bahnprojekt aufgetreten. Am Morgen wurde bekannt, dass der langjährige Bundestagsabgeordnete und Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer, tot ist. Scheer starb im Alter von 66 Jahren.
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HB BERLIN/STUTTGART. Nähere Einzelheiten zum Tod des verheirateten Politikers waren am Morgen zunächst nicht bekannt.

Mit Bestürzung hat die hessische SPD auf den Tod Scheers reagiert. „Wir haben ihm sehr viel zu verdanken“, sagte Generalsekretär Michael Roth. Scheer habe sich wie nur wenige andere im Wahlkampf gegen die CDU-geführte Regierung in Hessen eingesetzt und dort maßgeblich zum SPD-Wahlergebnis beigetragen. Das Konzept der Energiewende, mit dem die SPD angetreten sei und viel Profil gewonnen habe, sei vor allem auf Scheer zurückgegangen.

Auch die Grünen betroffen auf die Todesnachricht. „Mit ihm verlieren wir einen leidenschaftlichen Politiker, einen freien Geist, der mit großem Intellekt und aufrechtem Gang für seine Ideale gekämpft hat und nie den „einfachen Weg' gegangen ist“, teilten die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir in Berlin mit. „Er war Vordenker und Architekt des solaren Zeitalters und so auf ganz besondere Weise als Sozialdemokrat mit uns Grünen verbunden.“ Sie betonten: „Hermann Scheer wird vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern und der deutschen Politik sehr fehlen.“

Der im hessischen Wehrheim geborene Scheer trat den Sozialdemokraten 1965 bei. Er war seit 1980 Mitglied des Bundestages für die SPD Baden-Württemberg, von 1993 bis 2009 auch Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

1998 erhielt Scheer für sein Umwelt-Engagement den Weltsolarpreis, 1999 den Alternativen Nobelpreis. Er wurde vom amerikanischen „Time Magazine“ als „Hero for the Green Century“ (Held des grünen Jahrhunderts) ausgezeichnet.

Im derzeitigen Konflikt um Stuttgart 21 war der SPD-Abgeordnete vor kurzem noch bei einer Demonstration gegen das Milliarden- Bahnprojekt aufgetreten und hatte sich für einen Volksentscheid ausgesprochen. Scheer galt als herausragender Umweltpolitiker seiner Partei, der auch zahlreiche Bücher schrieb und herausgab. Als Alternativen zu Kernkraftwerken noch allgemein belächelt wurden, setzte er sich vor allem für Sonnenenergie ein. In den 80er Jahren machte der SPD-Linke sich für eine aktive Friedenspolitik und Abrüstung stark.

Im SPD-Vorstand brachte Scheer Ende der 90er Jahre mit Äußerungen, das Nato-Vorgehen im Kosovo sei ein „Kriegsverbrechen“, den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gegen sich auf. Dieser meinte seinerzeit sogar, Scheer gehöre aus der Partei geworfen.

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  • Traurig

  • Er gehörte zu den ganz wenigen Jokern bei den Sozis, selbständig denken und dafür einstehen ohne umzufallen.
    Übrig bleiben bei den Sozis nur noch Parteiluschen mit wöchentlicher Meinungskorrektur

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