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10.04.2006 
Exportkreditversicherung

Hermes differenziert Risikoprämien

von Silke Kersting

Die Prämien staatlicher Hermes-Bürgschaften werden künftig risikogerechter gestaltet. Ab 1. Mai gelten neue Regeln, nach denen die Entgelte berechnet werden. In Zukunft berücksichtigt die Exportkreditversicherung die Bonität der Käufer.

Hermesbürgschaften im Juni 2005. Grafik: HandelsblattLupe

Hermesbürgschaften im Juni 2005. Grafik: Handelsblatt

BERLIN. Das haben die Träger der staatlichen Exportkreditversicherung beschlossen. Die Euler Hermes Kreditversicherung und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price-Waterhouse-Coopers wickeln für die Bundesregierung Hermesdeckungen ab. Die staatliche Exportkreditversicherung schützt Unternehmen vor dem Risiko des Forderungsausfalls bei Auslandsgeschäften.

Die Regierung geht mit der Reform auf eine Forderung der Wirtschaft ein, die seit langem verlangt hatten, jene Exporteure zu begünstigen, die ihre privaten Geschäftspartner im Ausland sorgfältig aussuchten und Hermes keine Schäden verursachten. Künftig spielen die Bonität der Käufer und das konkrete Risiko eines Geschäfts eine zentrale Rolle.

„Die Neuregelung wird die Wettbewerbsposition vieler deutscher Exporteure verbessern“, sagte Jens Nagel, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), dem Handelsblatt. Auch Heiko Willems, Außenwirtschaftsexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), wertete die Reform grundsätzlich als Schritt in die richtige Richtung, der auch dem internationalen Trend folge. Deutschland berücksichtigt mit der Reform als eines der letzten OECD-Länder das so genannte Corporate Risk bei der Prämiengestaltung. Damit kassiert Hermes für gute Firmenrisiken geringere Entgelte, für schlechtere Risiken höhere Entgelte. Bisher wurde lediglich das politische Länderrisiko berücksichtigt. Das Länderrisiko wird auch künftig beachtet. Darüber hinaus sei eine Erhöhung der Entgelteinnahmen insgesamt „ausdrücklich nicht beabsichtigt“, wie Hermes mitteilt.

Wirtschaftsverbände hatten wiederholt die Höhe der staatlichen Bürgschaften kritisiert. 2005 hatte die Regierung Garantien von 19,8 Mrd. Euro übernommen. Mit 4,6 Mrd. Euro wurde im vergangenen Jahr der bisher höchste Überschuss zugunsten des Bundeshaushalts erzielt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Größere Kalkulationssicherheit

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