An der jetzigen Reform bemängeln die Verbände eine größere Kalkulationsunsicherheit für die Unternehmen, „da die Vorhersehbarkeit der Prämie abnimmt“, so Nagel. „Das System ist nicht mehr so transparent wie vorher, das ist ein Nachteil“, sagte auch Willems. Die exakte Höhe der Prämie erfahre man ab Mai erst, wenn Hermes der Absicherung zustimme. Bislang habe man sich die Prämie selbst ausrechnen können.
Die Wirtschaftsverbände erkennen jedoch an, dass Hermes sich bemüht habe, das System einfach zu halten. Die Anzahl der möglichen Kategorien sei auf fünf begrenzt worden, so Nagel. Der überwiegende Teil des Geschäftes entfalle auf die mittleren drei Kategorien. „Ob dies hilft und inwiefern die Antragstellung durch die neue Reform verkompliziert wird, muss der Praxistest zeigen.“ Wichtig sei aber, den Exporteuren eine Hilfestellung, etwa in Form von Einstufungsschemata, an die Hand zu geben, um sie auf die neue Systematik vorzubereiten. „Wir erhoffen uns zudem eine Art Testphase, um die Auswirkungen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern.“
Die Bearbeitungszeit für die Unternehmen soll sich Hermes zufolge nicht verändern. „Hoffen wir“, so BDI-Experte Willems, „dass das stimmt.“


