Hessen
Bundes-SPD plant ohne Ypsilanti

Geht sie oder bleibt sie? Zu ihrer Zukunft hat sich die gescheiterte SPD-Spitzenkandidatin in Hessen, Andrea Ypsilanti, selbst noch nicht gäußert. Doch es verdichten sich die Hinweise, dass ihr Rückzug kurz bevor steht - wohl eingefädelt durch die Bundes-SPD.

HB LEIPZIG/WIESBADEN. Die hessische SPD hat am Freitag Berichte über einen Verzicht ihrer Vorsitzenden Andrea Ypsilanti auf die Spitzenkandidatur bei der kommenden Neuwahl des Landtags dementiert. "Entgegen anderslautender Meldungen gibt es keine Entscheidung über die SPD-Spitzenkandidatur zur vorgezogenen Landtagswahl", sagte Parteisprecher Frank Steibli in Wiesbaden. Es bleibe dabei, dass Ypsilanti den Parteigremien am Samstag einen Vorschlag unterbreiten werde.

Die "Leipziger Volkszeitung" berichtet in ihrer Samstags-Ausgabe, dass Ypsilanti ihren Parteivize Manfred Schaub als Spitzenkandidaten vorschlagen wolle. Den Parteivorsitz wolle sie behalten. Die Zeitung stützte sich auf Informationen nach Gesprächen Ypsilantis mit SPD - Spitzengremien im Land und im Bund.

Dass die Bundes-SPD ohne Ypsilanti plant, berichten auch übereinstimmend die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Die Welt".. Demnach habe der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering die Hessin zum Verzicht aufgefordert, um einen Neuanfang der Landespartei zu ermöglichen.

Schaub (51), Chef des SPD-Bezirks Hessen-Nord, gilt im Landesverband als Kompromisskandidat, da er weder dem linken noch dem rechten Parteiflügel zugerechnet wird. Er ist in Baunatal geboren und aufgewachsen, im dortigen Rathaus schlug er die Verwaltungskarriere ein. Nach dem rot-grünen Wahlsieg von 1991 rückte er als persönlicher Referent ins Innenministerium auf, 1995 errang er ein Landtagsmandat. Vier Jahre später wurde Schaub Fraktionsgeschäftsführer und stand damit in der vordersten Linie der politischen Auseinandersetzung. Als ministrabel galt Schaub seiner Partei schon damals. 2003 hätte er bei einem Wahlsieg das Innenressort übernehmen sollen. Doch die Wahl endete in einer verheerenden Niederlage. Immerhin konnte Schaub als einer von zwei Sozialdemokraten sein Direktmandat verteidigen.

Der hessische Landtag wird voraussichtlich im Januar vorzeitig neu gewählt. Ypsilanti war am Widerstand aus der eigenen Partei mit dem Versuch gescheitert, sich mit den Stimmen der Linkspartei zur Chefin einer rot-grünen Minderheitsregierung wählen zu lassen.

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