Hessen fordert schärfere Kontrollen wegen Vogelgrippe
„Tote Enten in der Handtasche“

Hessens Verbraucherschutzminister Wilhelm Dietzel (CDU) fordert angesichts des Verdachts erster Todesfälle durch die Vogelgrippe in der Türkei wirksamere Kontrollen an den Grenzen.

DÜSSELDORF. Die Kontrollen von Reisenden aus Risikoländern an den Grenzen und vor allem auf den Flughäfen könne durch die Einführung von Zollerklärungen nach dem Vorbild der USA vereinfacht werden, sagte Dietzel dem Handelsblatt.

Bei den 58.000 Stichprobenkontrollen, die derzeit am Frankfurter Flughafen vor allem bei Reisenden aus Asien durchgeführt werden, seien in den vergangenen drei Monaten rund zwölf Tonnen potenziell risikobehafteter Lebensmittel sicher gestellt worden, sagte der Leiter des hessischen Tierseuchenschutzes, Thomas Fröhlich, dem Handelsblatt. „Von toten Enten in der Handtasche, über Entenzungen, bis zu lebenden Hunden und Katzen in der Sporttasche war alles dabei.“

Der Kontrollaufwand sei gewaltig und sehr teuer. Die Kosten könnten deutlich gesenkt werden, wenn Passagiere schon vor der Landung schriftlich erklären müssten, ob sie Lebensmittel im Handgepäck mit sich führen. Dies sei allerdings nur sinnvoll, wenn das Bußgeld bei Falschangaben mit mindestens 1000 Euro empfindlich hoch sei, sagte Dietzel.

Außerdem müsse die Regelung EU-weit eingeführt werden, da der „Schmuggel“ sonst nur auf ausländische Flughäfen verlagert werde. Daher habe sich die hessische Landesregierung bereits Ende Dezember mit einem entsprechenden Vorschlag an die EU-Kommission gewandt. Dort sah man allerdings auf Anfrage des Handelsblatts keinen Bedarf für Veränderungen bei den Kontrollen.

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