Hessen
SPD-Anhänger stützen Ypsilanti-Kritiker

In der SPD-Anhängerschaft findet der Widerstand der vier hessischen SPD-Abgeordneten gegen den Linkskurs Andrea Ypsilantis einer Umfrage zufolge breite Zustimmung. Unklarheit herrscht nach wie vor darüber, wie eine zukunftsfähige politische Lösung für das Bundesland aussehen kann.

KASSEL/WIESBADEN. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch rechnet bis zum Wochenende weitgehend mit Klarheit über eine Neuwahl in dem Bundesland. Weitere Koalitionsgespräche halte er derzeit für „schwer vorstellbar“, sagte er der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“.

Zuletzt hatte es aus der SPD Stimmen gegeben, die eine Große Koalition nicht ausschließen wollten. Es gab aber auch andere Stimmen. Ein rot-schwarzes Bündnis auf Landesebene ist nach Auffassung der südhessischen SPD nicht zukunftsfähig. „Eine Große Koalition ist für uns keinesfalls das kleinere Übel“, sagte der stellvertretende Bezirksvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Donnerstag. Darüber sei sich der Vorstand in seiner Sitzung am Mittwochabend einig gewesen: „Für uns geht es weiterhin um eine Bildungspolitik, die Chancen schafft, eine Wirtschaftspolitik, die Arbeit schafft, und eine Energiepolitik, die zukunftsfähig ist.“

Koch meinte zu den Koalitionsüberlegungen: „Wir haben ein Problem, mit einer Partei zu verhandeln, die einen Beschluss - mit allen außer der CDU zu sprechen - gegen uns gefasst hat, den wir als CDU nur gegen extremistische Parteien gefasst haben. Ich glaube, das wird die SPD auch nie wieder so machen, aber erst mal ist er in der Welt.“

Ausgelöst worden war die verworrene Lage in Hessen durch vier SPD-Landtagsabgeordnete, die angekündigt hatten, ihre Chefin Andrea Ypsilanti nicht zur Ministerpräsidentin wählen zu wollen. Der Widerstand der Vier findet indessen einer Umfrage zufolge unter SPD-Anhängern breite Zustimmung. Nach der Erhebung des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders n-tv sind 64 Prozent der SPD-Anhänger der Ansicht, die vier Abgeordneten hätten richtig gehandelt. Unter der Bevölkerung insgesamt vertreten 63 Prozent diese Auffassung. Jeweils 25 Prozent meinen dagegen, die vier Abgeordneten, die eine Wahl der SPD-Landesvorsitzenden Ypsilanti zur Ministerpräsidentin verhindert haben, hätten sich dem Willen der Mehrheit ihrer Partei beugen müssen.

Jeder zweite Bürger (49 Prozent) sieht in dem Scheitern des Linksbündnisses einen Schaden für die SPD, jeder dritte (33 Prozent) einen Nutzen. Von den SPD-Anhängern glauben 59 Prozent, die SPD trage einen Schaden davon; 30 Prozent sehen einen Vorteil. Laut n-tv befragte Forsa am vergangenen Dienstag 1002 Bundesbürger.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%