Hessen-SPD
Schäfer-Gümbel offiziell Top-Kandidat

Mit demonstrativer Geschlossenheit nach dem geplatzten Machtwechsel hat die hessische SPD Thorsten Schäfer-Gümbel zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 18. Januar 2009 gewählt. Der 39-Jährige erhielt am Samstag auf dem Landesparteitag in Alsfeld 324 von 335 gültigen Stimmen, das sind 96,7 Prozent.

HB ALSFELD. Die zweimal mit der Machtübernahme gescheiterte Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti wurde auf Platz zwei der Landesliste gewählt. Sie setzte sich mit 277 gegen 38 Stimmen gegen ihre Darmstätter Konkurrentin Astrid Starke durch. 23 Delegierte enthielten sich.

Schäfer-Gümbel und Ypsilanti riefen ihre Partei auf, trotz des gescheiterten Machtwechsels mit Hilfe der Grünen und der Linkspartei alles an eine Ablösung des CDU-Ministerpräsidenten Roland Koch zu setzen. In Umfragen liegt die SPD allerdings deutlich unter ihrem Wahlergebnis vom Januar, bei dem sie mit der CDU gleichgezogen hatte. Derzeit hat in Umfragen eine Koalition aus CDU und FDP eine klare Mehrheit.

Ypsilanti sagte, es habe Momente gegeben, da habe sie nicht mehr gewollt. Sie trage aber Verantwortung und Verpflichtung für die hessische SPD, und deshalb mache sie weiter. Schäfer-Gümbel sagte, die gesamte Partei trage Verantwortung für die Ereignisse der vergangenen Monate. „Das Abwälzen auf Einzelne gibt es nicht.“

Parteichef Franz Müntefering rief die hessische SPD auf, nach vorne zu blicken und sich nicht mehr mit der Vergangenheitsbewältigung aufzuhalten. „Es ist jetzt gut, es war genug Büßerhemd“, sagte Müntefering. „Es ist oft genug gesprochen worden über Fehler. Jetzt bietet die Demokratie eine Chance.“

Ypsilanti war zweimal mit dem Versuch gescheitert, sich mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen, weil ihr SPD-Abgeordnete die Gefolgschaft verweigerten. Vor der Landtagswahl hatte sie noch eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen.

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