Hessen
Über 100 SPD-Austritte nach Hessen-Debakel

Das Scheitern des Machtwechsels in Hessen macht den Sozialdemokraten in dem Bundesland schwer zu schaffen. Über 100 Parteimitglieder erklärten ihren Austritt wegen des Verhaltens der vier Abweichler. Diese haben inzwischen klar gestellt, die SPD nicht verlassen zu wollen.

HB KASSEL/ FRANKFURT/BERLIN. Seit dem Scheitern des Machtwechsels in Hessen hat es bei den Sozialdemokraten in dem Bundesland mehr als 100 Parteiaustritte gegeben. Im SPD-Bezirk Hessen-Nord waren es etwa 50, im Bezirk Hessen-Süd etwa 75, erklärten die Bezirksgeschäftsführer am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. In Südhessen habe es zur selben Zeit aber auch 20 Eintritte gegeben. Die meisten Mitglieder hätte ihren Austritt mit dem Verhalten der vier Abweichler begründet, die der Parteivorsitzenden Andrea Ypsilanti die Gefolgschaft verweigerten, hieß es.

Die vier Landtagsabgeordneten Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und Silke Tesch wollen indessen in der Partei bleiben. Das erklärten sie, in der ARD-Talkshow „Beckmann“. Nachdem ihre Anwesenheit von der hessischen SPD-Führung ausdrücklich für unerwünscht erklärt wurde, nahmen sie entgegen der ursprünglichen Absicht aber am Dienstag nicht an der Fraktionssitzung in Wiesbaden teil.

Walter kritisierte in der Talkshow am späten Montagabend, dass Ypsilanti auch nach der Nominierung des neuen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Hessen bleiben wolle. Schäfer-Gümbel „hätte es einfacher gehabt, wenn Frau Ypsilanti ihm auch mindestens eines der Spitzenämter übertragen hätte und sie nicht weiter am Partei- und Fraktionsvorsitz klebt“, sagte er. „So ist es ganz schwer für ihn, aus Frau Ypsilantis Windschatten heraus zu treten“, fügte der inzwischen als stellvertretender SPD-Landesvorsitzender zurückgetretene Walter hinzu.

Schäfer-Gümbel selbst sagte dagegen im Sender „radioeins“ des RBB, er habe keine Ambitionen auf den Posten des Partei- oder Fraktionschefs. „Dafür habe ich im Moment einfach keine Zeit“, wird der neue Spitzenkandidat zitiert. Es gebe im Wahlkampf eine klare Aufgabenteilung. „Der Spitzenkandidat ist derjenige, der die Hauptverantwortung für Themen, für Personal und für Organisation hat. Ich muss mich, weil ich nur 68 Tage Wahlkampf habe, voll und ganz darauf konzentrieren, diesen Wahlkampf zu organisieren und zu führen.

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